+
Auch an der Uni Gießen sind Studenten sauer, weil die Mittel für die Nothilfe schnell vergeben waren.  

Mittel schon aufgebraucht

Corona-Nothilfe in Hessen: Heftige Studenten-Kritik in Gießen und Frankfurt - Ministerium schaltet sich ein

Das Land Hessen hat gemeinsam mit den fünf Studentenwerken im Land schnelle Hilfen für in Not geratene Studenten angekündigt. Doch nun gibt es heftige Kritik. 

  • Land Hessen und Studentenwerke richten Nothilfe für Studenten ein
  • Einmalig 200 Euro müssen nicht zurückgezahlt werden
  • Anträge veröffentlicht, schnell alle Mittel vergeben
  • Studenten in Hessen sauer

Update, 23.4.2020, 11.42 Uhr: Nach der Kritik an der Vergabe von Nothilfen für Studenten in Hessen hat sich das Kultusministerium zu Wort gemeldet. Demnach wurden zusätzliche Mittel bereitgestellt, letztlich waren aber auch 400.000 Euro Landesmittel schnell vergeben. 

Unter Studenten in Gießen und Frankfurt hatte es am Mittwoch deutliche Kritik gegeben, weil bereits kurz nach der - unangekündigten - Freischaltung der Anträge die Mittel bereits vergeben waren. Studenten hatten die Möglichkeit, einmalig 200 Euro Nothilfe in der Corona-Krise zu beantragen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. 

Auf Twitter zieht das Kultusministerium in Hessen einen Schluss aus der großen Nachfrage: "Bund muss endlich Studierenden helfen!", heißt es dort. Bereits zuvor hatten die Studentenwerke angekündigt, sich weiterhin dafür einsetzen, dass der Bund ein Hilfsprogramm für in Not geratene Studenten aufsetzt. 

Erstmeldung, 22.4.2020, 13.07 Uhr: Die Nachricht ging vor wenigen Tagen landesweit durch die Medien: Das Land Hessen hatte angekündigt, kurzfristig 250.000 Euro für in Not geratene Studenten bereitzustellen. Gemeinsam mit fünf Studentenwerken in Hessen wurde ein Nothilfefonds ins Leben gerufen. Einmalige Zuschüsse in Höhe von maximal 200 Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen, waren geplant. 

Corona-Hilfe für Studenten in Hessen: Einmalig 200 Euro

Hintergrund: "In der aktuellen Krise fallen viele typische Jobs für Studierende weg, etwa das Kellnern in Cafés und Bars", erklärte Ministerin Angela Dorn und ergänzte: "Mir ist bewusst, dass mit 200 Euro keine großen Sprünge möglich sind. Aber auch angesichts der Tatsache, dass leider immer noch keine bundesweite Lösung für solche Notlagen vorliegt, ging es jetzt vor allem darum, schnelle Hilfen zu ermöglichen, die den Studierenden etwas Zeit geben, sich anderweitig um Finanzierungsquellen zu bemühen."

Am Mittwoch veröffentlichten die Studentenwerke in Gießen und Frankfurt auf Facebook die Vergaberichtlinien und entsprechende Anträge für Studenten in Hessen. "Ab sofort" konnte Nothilfe beantragt werden. Keine drei Stunden später hieß es dann: Die sowohl in Frankfurt als auch in Gießen sind vergeben. 

Corona-Hilfe in Hessen: Studenten in Gießen und Frankfurt sauer

Bei den Studenten kam das freilich nicht gut an: "Es ist wirklich traurig, wenn man nicht mal die Chance hatte, den Antrag zu stellen. Es wurde kein Zeitpunkt der Veröffentlichung genannt, man konnte sich nicht vorbereiten und zum Zeitpunkt X am Rechner sitzen", schreibt etwa eine Nutzerin in Gießen. Eine andere erklärt: "Ich bin nun zurück von einem Arzttermin und habe ich gar keine Chance um den Antrag zu stellen." Der Tenor der Kommentare unter dem Post des Studentenwerks Frankfurt: "Was eine Lachnummer." 

Immerhin: Die Studentenwerke in Hessen wollen sich gemeinsam mit ihrem Dachverband Deutsches Studentenwerk (DSW) weiterhin dafür einsetzen, dass der Bund ein Hilfsprogramm für in Not geratene Studenten aufsetzt. 

fd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare