Kunststoffröhrchen mit Corona-Abstrichen stehen nach dem PCR-Test im Großlabor von Bioscientia
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Corona-Abstriche im Labor: Im Kreis Gießen verbreiten sich die Mutanten weiter. (Archivbild)

Coronavirus

59 Fälle von Corona-Mutationen im Kreis Gießen gefunden: Massentests stehen noch aus

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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Die Corona-Mutante B.1.17 breitet sich im Landkreis Gießen aus. Die Behörden haben nun zwei Reihentestungen veranlasst.

Gießen – Im Landkreis Gießen mehreren sich die Fälle, in denen Hinweise auf Mutationen des Coronavirus vorliegen. Bis zum Samstag (13.02.2021) fanden die Labore insgesamt 59 Fälle aus dem gesamten Kreisgebiet, in denen sie davon ausgehen, dass es sich mit „sehr großer Wahrscheinlichkeit“ um die Corona-Mutante B.1.17 handelt, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde und die als ansteckender gilt als die herkömmliche Variante von Sars-CoV-2, wie Kreissprecher Dirk Wingender erklärte. Die endgültigen Ergebnisse der Sequenzierung liegen noch nicht vor. Vergangene Woche wusste man erst von zwölf Mutationsfällen, die aus sieben unabhängigen Infektionsketten stammen, darunter eine Infektionskette am Uniklinikum in Gießen.

Landkreis Gießen: Reihentestungen wegen Corona-Mutation stehen an

In dem kommenden Tagen könnte die Zahl der Verdachtsfälle weiter anwachsen. Die Labore testen laut Wingender „standardmäßig“ auf Mutationen nach. So fanden sie auch zwei neue Ausbruchsgeschehen, die nun zu umfangreichen Reihentestungen führen sollen. In insgesamt 13 Corona-Infektionsfällen wurden demnach Hinweise auf die Mutation B.1.17 gefunden. Die beiden Ausbruchsgeschehen hängen nicht zusammen und sind dem Kreis Gießen zufolge im „privaten oder beruflichen“ Umfeld zu verorten. Nähere Angaben machte Wingender zunächst nicht.

Am Sonntag (14.02.2021) sollen rund 70 Personen aus dem Umfeld der Infizierten getestet werden, darunter auch Zweitkontakte. Den Behörden nach gab es bis hierhin in keinem bekannten Mutationsfall aus dem Landkreis Anzeichen dafür, dass die Infektion mit einer Auslandsreise in Verbindung steht. Die Mutanten gelten als Gefahr für den deutschlandweiten Abwärtstrend der Fallzahlen. Der Landkreis Gießen stand am Samstag (13.02.2021) kurz davor, den Zielwert einer 35er-Sieben-Tage-Inzidenz zu erreichen. (ag/red)

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