Wort zum Sonntag

"Corona-Mütter"

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Als Gott die Idee für die Mutter kam, muss er ganz zufrieden gelacht und sie sich schnell patentiert haben - so reich, tiefsinnig, göttlich, so voller Seele, Kraft und Schönheit war dieser Entwurf" (Henry Ward Beecher). Da ist sicher etwas dran. Momentan versuchen viele Mütter, Beruf und Familie zu vereinbaren, sie müssen gleichzeitig ihre Kinder sinnvoll beschäftigen, bei Schulaufgaben helfen, kochen und ihre berufliche Arbeit bewältigen; manche arbeiten für ihren Beruf nur noch nachts oder haben längst ihre Stelle reduziert, weil eben Homeoffice mit Klein- und Schulkindern nur bedingt möglich ist. Aber auch die Mütter, die derzeit nicht im Beruf sind, spüren den Wegfall der Kinderbetreuung in Kitas, auch durch Schwimmbäder, Kinderturnen oder Mutter-Kind-Treffen gibt es derzeit noch keine Entlastung. Unterm Strich bedeutet die Corona-Pandemie für Mütter bei aller Freude an den Kindern auch erhöhten Stress.

Papst Johannes Paul I. prägte in seiner kurzen Amtszeit den Satz: "Gott ist Vater, mehr noch: er ist Mutter!" Das heißt: Gott erfüllt alle positiven Eigenschaften einer Mutter in Idealform. Es ist ein Bild von einem zärtlich-fürsorglichen, energiegeladen-einsatzbereiten, immer-da-seienden und umfassend liebenden Gott.

Aber Mütter können nicht immer für jeden und alles da sein, immer alles im Blick haben, alle versorgen, trösten oder unterstützen. Sie sind Menschen und haben Grenzen. Auch sie benötigen innere Balance und Zeit für sich, um gesund zu bleiben. Lassen Sie uns in dieser schwierigen Zeit besonders darauf achten, wie wir Mütter entlasten können. Kleine Schritte sind nun die Spiel- und Bolzplatzöffnungen sowie die schrittweise Öffnung der Kitas und Schulen.

Der morgige Muttertag ist für mich ein Danke-Tag für die vielen "Corona-Mütter", die fast am Ende ihrer Kräfte sind, aber auch für die Großmütter, die wir nun bald wieder besuchen und umarmen dürfen.

Dr. Juliane Reus

Pastoralreferentin

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