Schwere Weihnachtszeit auch im Johannesstift. 	FOTO: SCHEPP
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Schwere Weihnachtszeit auch im Johannesstift. FOTO: SCHEPP

Corona im Seniorenheim

Corona in Gießen: Johannesstift betroffen - 30 Bewohner infiziert, viele Todesfälle

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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30 der 205 Bewohner des Gießener Johannesstifts haben sich mit Corona infiziert, zudem 13 Mitarbeiter. Inzwischen sind neun Bewohner mit der Erkrankung verstorben.

  • 30 Bewohner und 13 Angestellte des Gießener Pflegeheims „Johannesstift sind mit Corona infiziert.
  • Neun Senioren des Heims sind bereits mit einer Corona-Erkrankung gestorben.
  • Aufgrund der aktuellen Situation hat der Johannesstift bis zum 10. Januar geschlossen.

Gießen (cg). Von den 205 Bewohnern des Johannesstifts sind derzeit 30 mit dem Coronavirus infiziert, zudem 13 Mitarbeiter. Neun Menschen im Alter zwischen 79 und 98 Jahren sind verstorben. »Sie sind mit und nicht an Covid gestorben«, betont Geschäftsführerin Christa Hofmann-Bremer. Die Senioren waren multimorbide, das heißt, sie hatten mehrere schwere Vorerkrankungen. In einem Alten- und Pflegeheim gehört das Sterben dazu: Etwa ein Drittel der Bewohner sterben pro Jahr in der Einrichtung; in Heimen, in denen Patienten noch instabiler sind, sind es 50 Prozent.

Johannesstift Gießen: Erster Fall Ende November - Rasend schnelle Verbreitung

Dennoch trifft der Corona-Ausbruch das Johannesstift hart. Ebenso wie in den anderen Einrichtungen der Stadt ist es lange gelungen, die Bewohner mittels eines Hygienekonzepts zu schützen. Doch wenn die Infektion da sei, verbreite sie sich rasend schnell, schildert Hofmann-Bremer. Ende November habe sich der erste Bewohner infiziert. Derzeit können die Beschäftigten die Situation noch bewältigen, doch die Lage kann sich aufgrund des dynamischen Prozesses schnell ändern. Die Einrichtung hat freiberufliche Pflegekräfte eingestellt, für die Schnelltests steht eine Arzthelferin zur Verfügung.

Gießener Johannesstift: Bis 10. Januar geschlossen - Kritik von Angehörigen

Das Johannesstift ist aufgrund der Situation zunächst bis zum 10. Januar geschlossen. Betreuungsassistenten und die sozialen Dienste kümmern sich um die Bewohner, die Wohnbereichsleitungen kommunizieren so oft es geht mit Angehörigen. Dennoch ist die Lage bedrückend. »Wir sehen, wie die Isolation den alten Menschen zusetzt«. So weit es möglich ist, wird auf eine Quarantäne im Zimmer verzichtet, hier handelt das Johannesstift in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.

Die Situation setzt nicht nur den Bewohnern zu, sondern auch den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung, die sich zunehmend Kritik von Angehörigen ausgesetzt sieht, nicht sorgfältig genug auf die alten Menschen aufgepasst zu haben. »Ich verstehe die Verzweiflung und die Trauer sehr gut, aber wir geben seit Monaten alles«. Und das rund um die Uhr bei immer schwieriger werdenen Bedingungen.

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