Die Ricarda-Huch-Schule ist eine der wenigen weiterführenden Schulen in der Stadt, in der es noch keinen Covid-19-Fall gegeben hat.
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Die Ricarda-Huch-Schule ist eine der wenigen weiterführenden Schulen in der Stadt, in der es noch keinen Covid-19-Fall gegeben hat.

Schulen in Gießen

Corona in den Gießener Schulen: Lob für Hygienepläne

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Obwohl die meisten weiterführenden Schulen in Gießen Coronafälle verzeichnen, bleiben die Zahlen der infizierten Schüler und Lehrer vergleichsweise niedrig. Woran liegt das?

Nun hat es auch die Liebigschule erwischt: Vier Schüler aus den Jahrgängen neun und elf sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. 34 Mitschüler und 17 Lehrer befinden sich in Quarantäne. Seit dem Ende der Sommerferien hat es Covid-19-Fälle an der Ostschule, am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, an der Theodor-Litt-Schule und an der Liebigschule gegeben. Im Vergleich zur Gesamtschülerzahl bleibt die Zahl der infizierten Kinder, Jugendlichen und Lehrkräfte auf einem niedrigen Niveau; in den meisten Fällen sind die Tests der Klassenkameraden und Lehrkräfte von an Covid-19 erkrankten Schülern negativ. Dr. Arne Hogrefe vom Staatlichen Schulamt betont, eine wichtige Rolle spielten "die umsichtig handelnden Schulleitungen und Lehrer" sowie die Hygienepläne. Deshalb bleibe er trotz einer möglichen kritischen Phase im Herbst "optimistisch", was die Corona-Situation an den Schulen in den kommenden Monaten angeht. Nach den vier bestätigten Covid-19-Fällen an der Liebigschule ermittelt das Gesundheitsamt enge Kontaktpersonen. Wie der Landkreis Gießen am Donnerstag mitteilt, waren am Mittwochabend zunächst positive Testergebnisse von zwei Schülern aus der neunten Klasse gemeldet worden. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt bis kommenden Sonntag Quarantäne für insgesamt 34 Mitschülerinnen und Mitschüler sowie 17 Lehrkräfte an. Am Donnerstagvormittag wurden ein weiterer bestätigter Fall aus der betroffenen neunten Klasse sowie ein Fall aus dem Jahrgang elf gemeldet. Dieser Fall steht in familiärem Zusammenhang mit einem Fall aus der neunten Klasse. Betroffene seien von der Schulleitung und vom Gesundheitsamt kontaktiert worden. Vorsorglich findet an der Lio am heutigen Freitag für die Jahrgänge acht bis zehn sowie die Einführungsphase (Jahrgang elf) kein Präsenzunterricht statt. Ab sofort besteht nach Informationen dieser Zeitung außerdem bis auf Weiteres eine Maskenpflicht im Unterricht. An der Ostschule (GGO) in Gießen wurde am Donnerstag ein Covid-19-Fall in einer neunten Klasse bestätigt, der im Zusammenhang mit einem Fall an der Lio steht. Die Infizierten hatten außerhalb der Schule Kontakt. Die Schulleitung setzt den Präsenzunterricht für den Jahrgang neun bis Montag aus. Trotz der neuen Fälle zieht Hogrefe vom Staatlichen Schulamt in Gießen ein positives Fazit für die ersten vier Wochen nach den Sommerferien. "Entgegen aller Befürchtungen funktioniert es sehr gut", sagt er. "Es war die richtige Entscheidung, wieder vollumfänglich den Unterricht stattfinden zu lassen, aber unter besonderen Bedingungen." Auch die Fälle der infizierten Lehrkräfte hält sich in Grenzen; generell, betont Hofgrefe, sei die Zahl der erkrankten Lehrkräfte nicht höher als sonst. Nur drei Prozent der Lehrer in Stadt und Landkreis Gießen sowie dem Vogelsbergkreis sind vom Präsenzunterricht freigestellt – unter anderem deshalb, weil sie zur Risikogruppe gehören. An Grundschulen sind es im Durchschnitt maximal eine Lehrkraft, an weiterführenden drei bis vier. Kompensiert wird dies durch Helfer, die mit Vertretungsverträgen ausgestattet diese freien Stunden übernehmen. Es gibt laut Hogrefe auf der anderen Seite zahlreiche Lehrer, die zur Risikogruppe gehören und trotzdem Präsenzunterricht geben würden. Die niedrigen Zahlen von erkrankten Schülern und Lehrern führt Hogrefe auch auf die in den Einrichtungen geltenden Hygienepläne zurück. Schulamtsleiter Norbert Kissel betont: "Das ist vor allem der Arbeit der Schulen zu verdanken, dass sich die Fälle in Grenzen halten." Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen teilt über einen Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass Infektionen in den bisherigen Fällen zumeist im privaten oder familiären Umfeld erfolgt seien – und nicht an den Schulen. Die Hygienepläne an den Schulen bedeuteten mehr als Maskentragen auf dem Schulgelände, ergänzt Hogrefe. Regelmäßiges Lüften und Händewaschen, Abstand halten und Desinfektion – das funktioniere gut. Kissel sagt: "Die Maske ist bei aller Unannehmlichkeit hilfreich." Das Risiko einer Infektion zu verringern – "mehr können wir nicht tun".

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