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Hier steht es schwarz auf weiß: Der Stangenpark in der Wieseckaue ist eine Sportanlage und bleibt folglich vorerst abgesperrt. 

Corona Gießen: Spielplätze wieder offen - Wie geht es mit Kletterwald weiter?

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Seit Montag sind die Spielplätze in Gießen nach der Corona-Pause wieder geöffnet. Bei weiteren Freizeiteinrichtungen sieht es anders aus. 

Gießen (kw). Man bewegt sich, hat Spaß, kommt mitunter ins Schwitzen und trifft vielleicht auch Gleichgesinnte, mit denen man im Wettbewerb die Kräfte misst. Wo hört das Spielen auf und fängt der Sport an? Diese philosophische Frage bekommt in der Coronakrise plötzlich eine alltagspraktische Bedeutung. Seit Montag dürfen Spielplätze wieder öffnen, Sportanlagen aber nicht. Überraschung für die Stadt: Sie muss auch ihre zahlreichen Bolzplätze wieder zugänglich machen.

"Es wird immer schwieriger, den Leuten die Regelungen verständlich zu machen", seufzt Magistratssprecherin Claudia Boje mit Blick auf den kleinen, feinen Unterschied zwischen verbotenem Fußball und erlaubtem Freizeitkicken. Erneut seien die Verordnung und die Ausführungsbestimmungen zu den aktuellen Lockerungen sehr kurzfristig im Rathaus eingetroffen. Dass die Bolzplätze zusammen mit den Spielplätzen wieder geöffnet werden sollen, sei eindeutig und werde entsprechend umgesetzt.

Corona Gießen: Verwirrung um Skatepark

Spielen wie "bolzen" dürfen die Nutzer nur "unter Einhaltung von Abstands- bzw. Hygieneregeln", heißt es in der Verordnung. Eine Maskenpflicht gilt laut Boje nicht. Wie viele Personen zugleich einen Bolzplatz nutzen könnten und wie sie ständig anderthalb Meter Distanz zueinander wahren könnten, ist unklar.

Im Stadtpark Wieseckaue finden sich etliche Anlagen an der Grenze zwischen Sport und Spiel. Wurden sie am 18. März alle gleichzeitig stillgelegt, so ist jetzt die Grenzziehung gefragt. Der "Sportpark" samt Stangenpark bleibt ebenso geschlossen wie der Tennisplatz und die Fitnessgeräte am Neuen Teich. Wieder zugänglich ist der Spielplatz an der Ringallee mit Kletter-Ei und Trampolinen.

Verwirrung gab es um den benachbarten Skatepark mit Halfpipe. Auch dort hatten Stadt-Mitarbeiter zunächst das rot-weiße Absperrband entfernt. Das sei ein Irrtum gewesen, sagte Boje am Montagnachmittag: Es handle sich um eine Sportanlage, die weiterhin nicht benutzt werden dürfe.

Corona Gießen: Der Kletterwald hängt in der Luft

Dasselbe gilt für den Kletterwald am Schiffenberg. "Leider gibt es derzeit noch keine Aufhebung zur Schließung von Seil- und Klettergärten", erklärt eine Mitarbeiterin der Betreiberfirma Forest Adventures auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung. "Demnach müssen wir unseren Kletterwald bis auf Weiteres geschlossen lassen und können zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Voraussagen für einen möglichen Öffnungstermin mitteilen. Wir beobachten die behördlichen Entscheidung." Interessenten könnten sich auf der Internetseite über den jeweils aktuellen Stand informieren.

Die Sprecherin gab keine Einschätzung ab zu den möglichen Einschränkungen, falls der Betrieb wieder erlaubt wird. Auch hier dürften Abstand und verstärkte Desinfektion vorgeschrieben werden.

Alle Betreiber von Freizeitanlagen blicken - wie auch die Gastronomen, Lehrer und zahlreiche weitere Berufsgruppen - gespannt auf den Mittwoch. Dann wollen sich Bundesregierung und Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen verständigen.

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