Geöffnete Fenster als Corona-Prävention an der Gießener Goetheschule.
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Geöffnete Fenster als Corona-Prävention an der Gießener Goetheschule.

Corona-Prävention

Corona in Gießen: Luftfilter-Einsatz an nur zwei Gießener Schulen

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Die Stadt Gießen hält das Fensteröffnen für wirkungsvoller zum Schutz vor Corona-Infektionen und will deshalb nur in wenigen Klassenräumen Luftfiltergeräte anschaffen.

  • Der Präsenzunterricht an den Schulen in Gießen wird im Corona-Winter noch herausfordernder.
  • Um Ansteckungen an Schulen zu verringern, sollten Luftfilter in Klassenzimmern eingebaut werden.
  • Tatsächlich kommen aber nur an zwei Schulen in Gießen solche Geräte zum Einsatz.

Gießen – Bislang herrschen auch in diesem Herbst bis auf einige frostige Nächte eher die milden Temperaturen vor. Das macht das wegen der Corona-Pandemie geforderte Lüften durch Öffnung der Fenster in Schulen und Kindertagesstätten etwas erträglicher. Gleichwohl werden die Forderungen lauter, die »natürliche« Lüftung technisch zu ergänzen. So haben die Freien Wähler im Stadtparlament für die Beratungsrunde im Dezember beantragt, dass die Stadt eine größere Anzahl Luftfiltergeräte anschafft. Den ganzen Winter über sei die Fensterlüftung Kindern und Lehrern nicht zuzumuten, begründet FW-Fraktionschef Heiner Geißler den Antrag.

Der indes dürfte sich nach dem, was Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser (SPD) am vergangenen Donnerstag im Stadtparlament angekündigt hatte, erledigt haben.

Corona in Gießen: Luftfilter werden nur an zwei Schulen eingesetzt

Laut der Stadträtin ist nämlich bereits entschieden worden, dass die Geräte nur an zwei Schulen zum Einsatz kommen, wo es fensterlose Unterrichtsräume gibt. »Nach derzeitigem Stand werden wir für die Räume einer Grundschule, in denen nur Oberlichter geöffnet werden können, sowie im Werkstattbereich einer Beruflichen Schule, in dem die Lüftung mittels Lichtkuppeln erfolgt, mobile Luftfilteranlagen beschaffen«, sagte Eibelshäuser auf Anfrage des FDP-Stadtverordneten Martin Preiß. Der Einsatz dieser mobilen Luftfiltergeräte sei in den nächsten vier Wochen - je nach Verfügbarkeit - vorgesehen. Gegenwärtig laufe ein Test mit den Geräten.

Wann sie für den Regeleinsatz beschafft werden können, ist laut Eibelshäuser nach wie vor nicht absehbar. Das Land habe zwar angekündigt, den Einsatz in den hessischen Schulen und Kitas mit zehn Millionen Euro zu unterstützen, aber beantragen könne man die Anschaffung noch nicht. Derzeit gebe es noch keine Informationen über die Beantragung bzw. über das weitere Procedere. »Sobald die erforderlichen Informationen vorliegen, werden wir dieses Angebot sinnvoll nutzen«, kündigte die Stadträtin an.

Luftfilter an Gießener Schulen: 95 Prozent aller Räume gut gelüftet

Die mobilen Geräte seien nach allen Empfehlungen von Experten aber immer nur eine Ergänzung zur Fensterlüftung, die Wirkung werde sehr unterschiedlich bewertet. Das städtische Schulverwaltungsamt werde daher keine Luftfilter in Unterrichtsräumen vorsehen, die über Fenster bzw. über raumlufttechnische Anlagen gut gelüftet werden können. Die Schuldezernentin zur Situation in Gießen: »Fensterlüftungen sind in etwa 95 Prozent unserer Unterrichtsräume gut möglich. Auch in den Kindertagesstätten ist die Fensterlüftung nahezu überall möglich.« (mö)

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