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Der Seltersweg ist gut besucht, aber nicht überfüllt. 

Ladenöffnung

Corona Gießen: So lief der erste Samstag nach der Ladenöffnung - Stresstest für den Seltersweg

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Erster Samstag nach Ladenöffnung sorgt für 12 000 Besucher in der Innenstadt. Die Verantwortlichen haben Sorge vor einer erneuten Schließung.

Gießen (chh). Die erste Woche seit der Wiedereröffnung der Geschäfte ist vorüber - und hat am Samstag mit einem Stresstest für den Seltersweg aufgewartet. Die Aussicht auf schönes Wetter, weitere geöffnete Läden wie zum Beispiel H&M sowie die freie Zeit der Gießener hatten den Verantwortlichen im Vorfeld Bauchschmerzen bereitet. Schließlich könne sich das Coronavirus bei vielen Besuchern leichter verbreiten. Die Sorgen von Markus Pfeffer, dem Geschäftsführer des BID Seltersweg, sind am Samstag nicht kleiner geworden.

Laut dem Internetportal hystreet, das auf dem Seltersweg die Besucherströme misst, waren am Samstag insgesamt über 12 000 Menschen in der Fußgängerzone unterwegs. Zwischen 13 und 14 Uhr erfasste der Laser 1606 Personen. Zum Vergleich: An einem Aprilsamstag des vergangenen Jahres waren es insgesamt doppelt so viele Besucher, am Montag, den Tag der Ladenöffnung, waren 11 600.

Corona Gießen: Halb so viele Passanten

Die Gießener sind also nicht in die Innenstadt eingefallen. Trotzdem ist Pfeffer mit Blick auf die Zahlen nicht begeistert. "Das geht gerade noch so", lautet sein Urteil. Der BID-Geschäftsführer betont aber auch, dass er weniger Besucher besser gefunden hätte. Zumal die vielen Menschen, die in der Innenstadt arbeiten und in der Mittagspause auf dem Seltersweg unterwegs sind, an einem Samstag wegfallen.

Corona Gießen: Viel Geld in Hygiene investiert

"Ich habe Angst, dass uns das alles um die Ohren fliegt", sagt Pfeffer und äußert die Sorge, dass zu viele Besucher in den deutschen Innenstädten die Fallzahlen erneut ansteigen lassen könnten. "Dann müssen die Läden in ein paar Wochen womöglich erneut schließen." Für die Geschäftsleute wäre das doppelt bitter, sagt Pfeffer, zumal sie in die Umsetzung der Hygienevorgaben viel Geld investiert hätten.

Der BID-Geschäftsführer appelliert daher an die Gießener: Es sei begrüßenswert, wenn viele Menschen einkaufen gingen und so die lokalen Betrieben helfen. "Aber aktuell ist nicht der Zeitpunkt, lange durch die Straßen zu flanieren. Die Leute sollen gezielt einkaufen und nicht durch die Straßen bummeln." Auch die vielen Menschen, die sich in der Sonne auf den Bänken zu einem Plausch treffen, sind Pfeffer ein Dorn im Auge. "Dadurch werden die Maßnahmen konterkariert. Und ein erneuter Shutdown droht."

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