Der Senat der JLU tagt wegen den hohen Infektionszahlen zweigleisig: Das Präsidium sitzt in der Aula, während der Rest des Senats über das Internet dazugeschaltet ist. FOTO: SEG
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Der Senat der JLU tagt wegen den hohen Infektionszahlen zweigleisig: Das Präsidium sitzt in der Aula, während der Rest des Senats über das Internet dazugeschaltet ist. FOTO: SEG

21 Corona-Fälle an der JLU

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Der Präsident der Justus-Liebig-Universität (JLU), Joybrato Mukherjee, sieht die Universität auf gutem Kurs durch die Krise. "Während in den letzten Wochen die Infektionszahlen überall explodieren, stagnieren sie bei uns." Es gebe derzeit 21 aktive Corona-Fälle an der Universität, sagte Mukherjee am Mittwoch während der Senatssitzung. Dazu zählen nicht nur positiv Infizierte, sondern auch Kontaktpersonen und Menschen in Quarantäne. Bei 28 500 Studierenden und 5 700 Beschäftigten ist das eine kleine Zahl. Fraglich ist aber, ob der Universität auch alle Fälle von Studierenden gemeldet werden.

Senatsmitglieder im Videochat

Um den steigenden Infektionszahlen gerecht zu werden, tagte der Senat diese Woche in ungewohnter Form. In der Aula waren nur das Präsidium und Mitarbeiter des Rechenzentrums. 16 Senatsmitglieder und weitere Universitätsangehörige waren über das Internet in einem Videochat zugeschaltet. Da dort nur 25 Personen gleichzeitig angezeigt werden konnten, waren die häufigsten Sätze von Mukherjee in dieser Sitzung: "Die nächste Kachelwand bitte" und "die vorherige Kachelwand bitte", immer wenn er eine Meldung der Teilnehmer sehen wollte.

Bis auf die Bibliotheksöffnungszeiten, die der Ausgangssperre angepasst werden, müsse die Universität grundsätzlich nichts an ihren Corona-Regeln ändern. "Ich bin aber froh, dass wir jetzt drei Wochen in die Weihnachtspause gehen", sagte Mukherjee. Danach werde der Krisenstab tagen und aktuell entscheiden, was für Maßnahmen notwendig sein werden.

Neben Corona gab es auf der Sitzung auch Erfreuliches zu vermelden. So sei die Anzahl der ausländischen Studierenden dieses Semester auf 3058 gestiegen. Das sei ein Anstieg von einem Prozentpunkt im Vergleich zum letzten Jahr, von 9,5 auf 10,5 Prozent. Damit folge die JLU dem bundesweiten Trend, wie Mukherjee betonte. Zu einem Teil sei das an der JLU dem virtuellen Austauschprogramm zu verdanken. Nicht alle ausländischen Studierenden leben auch vor Ort in Gießen.

Mukherjee ging außerdem auf das Bauinvestitionsprogramm Heureka ein. Ende November wurde bekannt gegeben, dass die JLU von einer Aufstockung der Landes-Fördergelder in Höhe von 280 Millionen Euro profitieren wird. Mukherjee sagte, er sehe es mit einem lachenden Auge, dass Gießen und Marburg an der Spitze der Empfängeruniversitäten stehen. Gleichzeitig müsse er mit einem weinenden Auge sagen, dass die Gelder hinter dem Bedarf zurückbleiben. Die JLU habe in Hessen den größten Anteil an Gebäuden, die vor 1985 gebaut wurden. Jetzt müsse die JLU um weitere Gelder kämpfen.

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