CO2-Ausstoß sichtbar machen

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Gießen(pm). Bis 2035 soll Gießen klimaneutral werden - so ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Herbst 2019. An Klimaschutzthemen arbeiten die Stadtwerke Gießen (SWG) und die Stadt seit vielen Jahren gemeinsam mit zahlreichen weiteren Akteuren. Künftig könnte ein neues Projekt das ehrgeizige Ziel unterstützen: Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufene und von der Deutschen Energie-Agentur (DENA) ausgeführte "Future Energy Lab". Dabei testen und erproben Akteure aus der Energie- und Digitalwirtschaft innovative digitale Technologien wie Blockchain, künstliche Intelligenz und Big Data für konkrete Anwendungen. "Zusammen mit sieben weiteren Städten beteiligen wir uns dabei an dem Teilprojekt ›CO2-Datendemonstrator‹. Dahinter verbirgt sich die Idee, auf einer virtuellen Karte öffentlich sichtbar zu machen, wo in der Stadt klimaschädliches CO2 entsteht", erklärt Matthias Funk, Technischer Vorstand der SWG. Das Ziel: das Bewusstsein der Bürger für den Klimaschutz auf kommunaler Ebene stärken und das Konzept einer Energiedatenplattform im realen Leben testen.

Mit Daten zu den CO2-Emissionen in Gießen beschäftigen sich die SWG bereits seit vielen Jahren - zum Beispiel deshalb, weil sie in den regelmäßigen Energiebericht der Stadt einfließen. Matthias Funk ergänzt: "Als wir von dem Future Energy Lab hörten, lag es für uns und den Klimaschutzmanager der Stadtverwaltung, Jonas Rentrop, nahe, mitzumachen und innovative digitale Technologien in der realen Anwendung zu testen. Schließlich hängt davon das Gelingen der Energiewende ab - auch im kommunalen Bereich."

Erste Ergebnisse in zwölf Monaten

Der Kick-off für das Future Energy Lab und damit auch das erste Teilprojekt CO2-Datendemonstrator fand Ende August statt. In den kommenden zwölf Monaten sollen dann erste Ergebnisse vorliegen. Währenddessen können sich die Teilnehmer auf einer Online-Plattform austauschen, mehrere Workshops sollen sich zudem um die Beschaffung und Auswertung von Emissionsdaten drehen.

"Noch stehen wir ganz am Anfang, aber ich bin sehr gespannt auf die neuen Erkenntnisse. Insbesondere wenn es darum geht, für die visualisierten Daten eine einheitliche Berechnungsgrundlage zu schaffen, damit diese wirklich vergleichbar werden. Das stärkt in letzter Konsequenz auch die Glaubwürdigkeit der künftigen Online-Plattform in der Bevölkerung", zählt Martin Zielke, Projektverantwortlicher aus dem Bereich Wärmeversorgung/Energiemanagement bei den SWG, seine Erwartungen auf.

Gemeinsam digitale Lösungen für die Energiewende erarbeiten - das steckt hinter der Idee des Future Energy Lab, das die dena als Pilotierungs- und Vernetzungslabor bezeichnet. Unternehmen aus der Energie- und Digitalwirtschaft - vom Dax-Konzern bis zum Start-up -, aber auch Kommunen engagieren sich in dem Netzwerk. Weitere sollen folgen. Neben dem digital gestützten CO2-Mapping befasst sich ein zweites Projekt mit einem Identitätsregister für die Energiewirtschaft, ein drittes soll ab Ende 2020 das Smart Contract Register bearbeiten, das digitale Vertragsbeziehungen behandelt.

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