Die City wird für lange Zeit zur Großbaustelle

Gießen (mö). Teile der Gießener Innenstadt werden ab dem kommenden Februar für lange Zeit zur Baustelle. Am Samstag haben der Magistrat, die Hessen-Agentur, die Mittelhessischen Abwasserbetriebe (MAB) sowie die Stadtwerke den Generalauftrag zum Umbau der nördlichen Fußgängerzone und der unteren Bahnhofsstraße ausgeschrieben.

In der Mäusburg beginnen im kommenden Februar die Arbeiten zur Umgestaltung der nördlichen Fußgängerzone. Deren Bild wird künftig ein Pflastermix aus roten Klinkern und grauen Natursteinen prägen. Rechts und links werden das Stadtmobiliar und Bäume auf sogenannten Funktionsbändern untergebracht. Die Computeranimation der Biebertaler Planungsgruppe ist in einem wichtigen Detail nicht mehr aktuell. Der hier noch abgebildete Liebig-Brunnen ist vom Tisch, denn der Kugelbrunnen wird in einer sanierten Version an Ort und Stelle verbleiben.

Gießen (mö). Teile der Gießener Innenstadt werden ab dem kommenden Februar für lange Zeit zur Baustelle. Am Samstag haben der Magistrat, die Hessen-Agentur, die Mittelhessischen Abwasserbetriebe (MAB) sowie die Stadtwerke den Generalauftrag zum Umbau der nördlichen Fußgängerzone und der unteren Bahnhofsstraße ausgeschrieben. Bis zum November 2010 soll die City an vielen Stellen ein neues Gesicht erhalten. Wie Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch gestern auf Anfrage erläuterte, sei geplant, die Arbeiten zwischen Dezember und Februar 2009/2010 auszusetzen, um einen möglichst störungsfreien Verlauf des Weihnachtsgeschäfts zu gewährleisten.

Starten sollen die Arbeiten in gut vier Monaten zeitgleich im Bereich Mäusburg und im Kreuzungsbereich der Bahnhofstraße mit der Neustadt.

Wie Rausch sagte, habe sich die Stadt entschieden, einen Generalauftrag zu vergeben, damit die beiden Baustellen möglichst flexibel und koordiniert abgewickelt werden können. So sei nicht auszuschließen, dass es - wie am Marktplatz - zu bodenarchäologischen Funden kommt, die im Zuge einer Spezialgrabung zunächst geborgen werden müssten. Das beauftragte Bauunternehmen könne dann auf einer Baustelle weiterarbeiten. Rausch: "Wir haben dann einfach nicht die Situation, dass sich da zwei Firmen gegenseitig auf den Füßen stehen und sich ständig absprechen müssen."

Der CDU-Stadtrat wies erneut darauf hin, dass zunächst die Neuverlegung diverser Versorgungsleitungen im Mittelpunkt der Baumaßnahmen stehen wird. Der Ausschreibung ist zu entnehmen, dass dies die Abwasserkanäle, die Wasserleitungen, Fernwärmestränge und Stromkabel betrifft. Erst danach kommt das, was die Bevölkerung am meisten interessiert: die Umgestaltung der Mäusburg, der Sonnenstraße, des Kreuzplatzes, des Selterswegs bis zur Plockstraße sowie der Umbau der Bahnhofstraße zunächst bis zum Reichensand.

Allein für die neue Oberflächengestaltung und Stadtmöblierung muss mit Kosten in einer Größenordnung von rund 2,5 Millionen Euro gerechnet werden. Der Gesamtkostenrahmen wird sich freilich erst abzeichnen, wenn Anfang Dezember die eingegangenen Angebote der Baufirmen geöffnet werden.

Da der Bereich der unteren Bahnhofstraße mittlerweile ein Stadtsanierungsgebiet ist, geht die Stadt von einer Bezuschussung des dortigen Bauprojekts aus. Als Sanierungsträger ist die Hessen-Agentur mit im Boot.

Der Ausschreibung war ein langer und phasenweise kontroverser Entscheidungsprozess vorausgegangen, an dessen Beginn ein beschränkter Architektenwettbewerb stand, aus dem die Biebertaler Planungsgruppe als Siegerin hervorgegangen war. Die Idee der Planer, den Kugelbrunnen in die Sonnenstraße zu versetzen und stattdessen dem Namensgeber der Universität in der Mäusburg ein Denkmal zu setzen, stieß zwar bei der Jury und den BIDs auf Begeisterung, nicht so in der Bevölkerung. Nach Protesten sicherte die Stadt zu, dass der Kugelbrunnen an Ort und Stelle bleibt und saniert wird. Vorbereitet worden war das Projekt zudem mit Bemusterungen zum Pflaster und Mobiliar sowie zur Beleuchtung.

Allein eine Fläche von 8000 Quadratmetern soll mit roten Klinkern, grauem Naturstein- und Betonsteinpflaster belegt werden. Hinzu kommen Straßenbau, Baumpflanzungen und die Aufstellung neuer Lampen. Im Bereich Kreuzplatz ist geplant, ein Ornament zu verlegen, dass an die Bebauungsgrenzen vor der Kriegszerstörung im Jahr 1944 erinnern soll.

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