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Der neue Archivar Christian Pöpken mit seinem Vorgänger Ludwig Brake und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. FOTO: SCHEPP

Christian Pöpken ist neuer Stadtarchivar

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Gießen(kw). "Lassen Sie den Doktor bitte weg." In dieser Hinsicht knüpft Christian Pöpken nahtlos an seinen Vorgänger an: Der neue Stadtarchivar legt im Alltag ebenso wenig Wert auf seinen akademischen Titel wie Ludwig Brake. Der 39-Jährige stellte sich bei Brakes offizieller Verabschiedung vor.

Pöpken stammt aus Oldenburg und hatte bisher nicht viel mit Gießen zu tun. In Marburg studierte er Geschichte, Politik- und Medienwissenschaften, promovierte über die juristische Aufarbeitung des Nationalsozialismus und machte eine Archivarausbildung am hessischen Landesarchiv, die er in diesem Jahr abschloss. In der mittelhessischen Region fühle er sich "beheimatet" und werde wahrscheinlich von Frankfurt nach Gießen ziehen, erklärt Pöpken im GAZ-Gespräch. Das Archivwesen sei eine "wichtige gesellschaftliche Aufgabe". Besonders reize ihn die Mischung aus dem Kontakt mit Bürgern und Verwaltung sowie eigener Forschung.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz würdigte Brake als fachkundigen und begeisterungsfähigen Berater tausender Interessierter. Als erster hauptamtlicher Stadtarchivar habe er in 28 Dienstjahren das Archiv weiterentwickelt, großartige Ausstellungen mitkonzipiert und "sehr viele Spuren in unserer Stadt hinterlassen". Dabei halte er sich unprätentiös im Hintergrund. "Wo überall Brake drinsteckt, ohne dass es draufsteht, werden wir wahrscheinlich nie erfahren."

Brake dankte zahlreichen Weggefährten vom Hausmeister bis zum Gymnasiallehrer und überreichte Pöpken ein Geschenk, das er 1991 von seinem Vorgänger Erwin Knauß bekommen hatte: Einen grauen "Staubmantel".

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