Der kleine Justus Liebig

Chemie statt Griechisch

Gießen (mhi). Wie wird man eigentlich Professor? Um Antworten auf diese Frage zu erhalten, waren weit über hundert Kinder in die Aula der Justus-Liebig-Universität zu "Justus’ Kinderuni" gekommen. Es ging um die Karriere eben dieses Justus: Justus Liebig ist Namensgeber der Hochschule und der Kindervorlesungen, bei denen Wissenschaftler konkrete Fragen aus ihrem Fachgebiet für Acht- bis Zwölfjährige vorstellen. Am Dienstag waren es die Chemie-Professoren Richard Göttlich und Siegfried Schindler, die in ihrem mit Experimenten gespickten Vortrag anschaulich und unterhaltsam erklärten, warum der junge Justus so schlecht in der Schule war. Und wie aus ihm ein anerkannter Wissenschaftler werden konnte.

Gießen (mhi). Wie wird man eigentlich Professor? Um Antworten auf diese Frage zu erhalten, waren weit über hundert Kinder in die Aula der Justus-Liebig-Universität zu "Justus’ Kinderuni" gekommen. Es ging um die Karriere eben dieses Justus: Justus Liebig ist Namensgeber der Hochschule und der Kindervorlesungen, bei denen Wissenschaftler konkrete Fragen aus ihrem Fachgebiet für Acht- bis Zwölfjährige vorstellen. Am Dienstag waren es die Chemie-Professoren Richard Göttlich und Siegfried Schindler, die in ihrem mit Experimenten gespickten Vortrag anschaulich und unterhaltsam erklärten, warum der junge Justus so schlecht in der Schule war. Und wie aus ihm ein anerkannter Wissenschaftler werden konnte.

Experimente mit Silbersalz

Silberfulminat, das Silbersalz der Knallsäure, hat daran einen großen Anteil: der hochexplosive und -empfindliche Stoff faszinierte Justus Liebig. Kinder kennen ihn aus Knallerbsen, die explodieren, wenn man sie auf den Boden wirft – und das, obwohl sie nur maximal 2,5 mg Silberfulminat enthalten. Liebig experimentierte mit größeren Mengen und ohne Sicherheitswarnung. Chemie machte ihm mehr Spaß, als dem Griechisch-Frontalunterricht im Gymnasium zu folgen. Das merkten seine Lehrer und beendeten seine Schullaufbahn mit 15 Jahren. Auch als Apothekerlehrling hatte er nicht mehr Erfolg. Hier konnte er zwar experimentieren, seinem Lehrherren war das aber zu gefährlich. Heute unmöglich begann er danach sein Studium, zuerst in Deutschland, dann in Paris. Sein Vortrag über Silberfulminat ebnete den Weg: Naturforscher Alexander von Humboldt erkannte das Talent und empfahl den jungen Mann dem Großherzog von Hessen, der den erst 21-Jährigen als Professor anstellte. Der Rest ist Geschichte: Liebig richtete sich sein Labor im ehemaligen Wachhaus der Gießener Kaserne ein und experimentierte mit Studenten, die bald aus aller Welt kamen. Göttlich ("Ich habe mit zwölf angefangen, Chemikalien zu horten") und Schindler zeigten und erklärten Versuche mit Bananen, Schießbaumwolle oder Backpulver und zum Gefallen der jungen Zuhörer knallte und zischte es beeindruckend.

Die Kindervorlesung war offizieller Auftakt zu "Liebig lebt!", einer Veranstaltungsreihe, zu der die Liebig-Gesellschaft gemeinsam mit Gießener Schulen und der JLU einlädt: Sie spannt den Bogen zum 100. Geburtstag des Liebig-Museums im März 2020. Alle Angebote sind unter www.liebig-lebt.de zu finden.

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