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Über die Faire Woche informieren (v. l.) Hartmut Heidl (Stadt Gießen), Katrin Schlechtriemen und Angelika Körner (Weltladen), Michael Bassemir (Büro Bürgerbeteiligung ), Heidi Schneider (Verbraucherzentrale) und Pfarrer Gerd Tuchscherer (Kirchenladen).

Chancengleichheit ist das Ziel

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Gießen (hin). Gießen ist eine "Stadt des fairen Handels". Um dem gerecht zu werden, beteiligt sie sich in Kooperation mit dem Weltladen und der Verbraucherzentrale auch in diesem Jahr an der Fairen Woche. Diese wird seit 2003 bundesweit immer in den letzten zwei Septemberwochen durchgeführt. Motto der diesjährigen Kampagne ist die Chancengleichheit durch fairen Handel.

Ziel sei es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und zu nachhaltigem Konsum zu motivieren, betonte Heidi Schneider (Verbraucherzentrale Hessen, Beratungsstelle Gießen). Zentrales Thema ist die Geschlechtergerechtigkeit und die Situation der Frauen im globalen Süden. Die Faire Woche lenkt den Blick auf die Verbesserung von Bildung und Ausbildung, auf gerechte Löhne und die Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen. Eine Ausstellung in den Räumen der Verbraucherzentrale (Südanlage 4) wendet sich an Schüler der Klassen fünf bis sieben. Am Beispiel Schokolade können sie dort nachvollziehen, was fairer Handel bedeutet. Sie lernen, woraus Schokolade besteht, woher die Rohprodukte kommen und was man tun kann, um einen Beitrag zum fairen Handel zu leisten, berichtete Schneider. Angelika Körner (Bildungsreferentin im Weltladen Gießen) solidarisierte sich mit den jungen Leuten, die im Rahmen von "Fridays for Future" ordentlich "Dampf gemacht" hätten. Der Weltladen wird sich dem Klimastreik am 20. September anschließen. Der Laden werde aber geöffnet sein, wie Weltladen-Koordinatorin Katrin Schlechtriemen hervorhob.

Vom 16. bis 21. September findet dort eine "FAIRkostung" statt, bei der Köstlichkeiten aus fairem Handel probiert werden können. Cous-Cous-Salat und Mousse au Chocolat mit Feigen machen schon jetzt Lust darauf. Tagesaktuelle Informationen gibt es im Internet unter weltladen-giessen.de. Schlechtriemen freute sich über den Bewusstseinswandel, der allerorten zu spüren sei. Pfarrer Gerd Tuchscherer (Kirchenladen) betonte das jahrzehntelange Engagement der Kirchen zur Bewahrung der Schöpfung. Den fairen Handel zu unterstützen sei eine von vielen Facetten in diesem Bestreben, erklärte Tuchscherer.

Das Bemühen um einen nachhaltigen Welthandel spiegele sich in konkreten Vorhaben, wie Michael Bassemir, Mitglied der Steuerungsgruppe Fair-Trade-Town Gießen, erläuterte. So fand bereits gestern eine Schulung von Mitarbeitern der städtischen Ämter statt, bei der es um die faire und nachhaltige Beschaffung von Arbeitskleidung geht. Auch die "Töchter der Stadt", wie Theater, Stadtwerke und Wohnbau, beteiligten sich.

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