Chancen statt Chancenlosigkeit

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"Wir waren wirklich da", erzählen Ursula Opitz von Boberfeld, Birgit Siekmann und Rita Rohrbach vom Inner Wheel-Club (IWC) Gießen-Wetzlar. Der Club hatte in den letzten Jahren das Projekt "Musik statt Straße" der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft finanziell und ideell unterstützt. Bei einem Besuch in Bulgarien erlebten die drei Frauen nun die ganz besondere Leistung des Projekts "Musik statt Straße": Statt Chancenlosigkeit Chancen durch Musik zu bekommen; statt Minderwertigkeitsgefühlen das Wissen, etwas durch Anstrengung und Talent an einem Musikinstrument erreichen zu können; statt Arbeitslosigkeit oder früher Schwangerschaft ein Stipendium für ein Musikinternat zu erhalten.

"Wir waren wirklich da", erzählen Ursula Opitz von Boberfeld, Birgit Siekmann und Rita Rohrbach vom Inner Wheel-Club (IWC) Gießen-Wetzlar. Der Club hatte in den letzten Jahren das Projekt "Musik statt Straße" der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft finanziell und ideell unterstützt. Bei einem Besuch in Bulgarien erlebten die drei Frauen nun die ganz besondere Leistung des Projekts "Musik statt Straße": Statt Chancenlosigkeit Chancen durch Musik zu bekommen; statt Minderwertigkeitsgefühlen das Wissen, etwas durch Anstrengung und Talent an einem Musikinstrument erreichen zu können; statt Arbeitslosigkeit oder früher Schwangerschaft ein Stipendium für ein Musikinternat zu erhalten.

Georgi Kalaidjiev, ehemaliger Geiger und Konzertmeister beim Stadttheater Gießen, und seine Frau Maria Hauschild hatten die IWC-Freundinnen dazu eingeladen, beim diesjährigen Prüfungs- und Konzerttag in Sliven/Bulgarien dabei zu sein. Kalaidjiev ist ehemaliger Konzertmeister der Sofioter Philharmoniker und gehört mit zu den besten Geigern der Welt. Er hat mit weltberühmten Musikern wie Yehudi Menuhin oder Tereza Bergan in der Royal Albert Hall London und in der Carnegie Hall New York musiziert. Gemeinsam mit seiner Frau Maria Hauschild hatte er, auf dem Weg in die Rente, vor zehn Jahren das Projekt "Musik statt Straße" gegründet.

Gleich am zweiten Tag waren die Gießenerinnen bei den Prüfungen der Musikschüler dabei. 28 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren spielten Stücke auf ihren Instrumenten Geige, Cello, Kontrabass, Akkordeon und Klavier vor – zum Teil sind diese Instrumente Spenden aus der Gießener Region. Benotet wurden beim Vorspiel die Haltung sowie Intonation, Phrasierung und Rhythmus. Zu den Prüfungen gehörte auch, je nach Alter, das Singen der Tonleiter oder nach Noten. Gutachter waren fünf Lehrer sowie Hauschild und Kalaidjiev. Abends gab es dann ein beeindruckendes öffentliches Konzert in der Kulturhalle in Sliven, wo die Kinder auch ihre Zeugnisse erhielten.

Größtes Getto Europas

Am nächsten Tag waren die drei Gäste aus Mittelhessen im Elternhaus von Kalaidjiev im Roma-Viertel Nadeshda eingeladen. Es ist eines der größten Roma-Gettos Europas mit einer der höchsten Rate von Kindersterblichkeit. Dort erfuhren die drei Frauen auch, aus welchem sozialen Brennpunkt die Kinder des Projektes kommen. Und sie erkannten die ganz besondere Leistung des Projekts "Musik statt Straße". Neben mehr Selbstwertgefühl und größeren Chancen haben bereits fünf der älteren und begabten Kinder des Projektes ein Stipendium für den Besuch eines Musikinternats in Burgas erhalten. Die junge Svetilina zum Beispiel ist auf dem Weg, die erste klassischen Romageigerin Europas zu werden.

"Ja, hier werden kleine Kinder groß gemacht, das konnten wir sehen und hören!", erzählen die drei Frauen aus dem Inner-Wheel-Club Gießen-Wetzlar jetzt überall in ihrer Region.

"Das Projekt ist seit zehn Jahren erfolgreich und es ist nachhaltig. Unser Engagement für die musikalische Erziehung der Kinder hat sich gelohnt!"

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