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Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Steinmeier

Bundespräsident Steinmeier besucht Gießen

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant einen Besuch an seinem früheren Studienort: Am 12. oder 13. Juni wird er in Gießen auftreten.

Geplant ist - im Rahmen seiner Deutschlandreise - ein Besuch der Justus-Liebig-Universität. Bereits vor seinem Amtsantritt hatte er einen Vortrag an seiner "Alma  Mater" geplant, der dann zunächst abgesagt werden musste. Ob er diesen im Rahmen seines nun geplanten Abstechers nach Gießen nachholen wird, ist fraglich: Eigentlich möchte Frank-Walter Steinmeier im Rahmen seiner Deutschlandreise mit Menschen ins Gespräch kommen und den Austausch suchen: "Der Bundespräsident wird dabei mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern und besonders mit jungen Menschen über die Fundamente der Demokratie, deren Anfechtungen und Zukunft diskutieren", heißt es beim Bundespräsidialamt.

Der neue Bundespräsident hat 15 Jahre in Gießen gelebt. Als 20-Jähriger kam er 1976 zum Studium der Rechtswissenschaft an die Justus-Liebig-Universität. Nach den beiden juristischen Staatsexamen war er hier wissenschaftlicher Mitarbeiter. Hochschule und Stadt verließ er 1991 nach der Promotion. In seiner gesamten Gießener Zeit lebte Steinmeier in Wieseck - zu viert in einer WG. Gegenüber dieser Zeitung sagte er vor einigen Jahren: "Für einen, der wie ich vom Dorf kam, war das genau das richtige. Viele Gespräche und viel Gemeinsamkeit." Für Steinmeier sei die Wohngemeinschaft aber eher eine nützliche Sache und keine Frage der alternativen Weltanschauung gewesen: "Ich habe fast 20 Jahre in WGs gelebt, auch nach dem Studium mit meiner Familie, als ich in Hannover schon Chef der Staatskanzlei war." Was ihn und seine Weggefährten - unter ihnen auch Ex-Justizministerin Brigitte Zypries, die damals im gleichen Haus als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt war - damals umtrieb? Die Studienbedingungen an der Uni zum Einen. Aber zum Anderen auch politische Dinge in aller Welt: die Diktatur in Nicaragua; die Nelkenrevolution in Portugal. "Wir haben oft in ungeheizten Programmkinos Dokumentationen über die Unterdrückung der Menschen in Südamerika angeschaut." Etwas aus der damaligen Zeit in Gießen vermisst er jedoch besonders: Seinen Doktorvater Helmut Ridder: "Bei ihm haben wir jungen Studenten viel gelernt - vor allen Dingen, selbst zu denken. Das hilft mir heute in der Politik."

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