Mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei künden von den verstärkten Kontrollen.	(Foto: bf)
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Mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei künden von den verstärkten Kontrollen. (Foto: bf)

Bundespolizei: »Für uns ist Gießen ein Brennpunkt«

Gießen (sha). Die Polizei steigert ihre Präsenz am Gießener Bahnhof. Besonders augenfällig war dies am Mittwochabend, als etliche Beamte und Einsatzfahrzeuge am Bahnhofsvorplatz zu beobachten waren. Was ist der Grund?

»Für uns ist Gießen ein Brennpunkt«, sagte Peter Dittel, Pressesprecher der Bundespolizei in Kassel, am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Stadt und vor allem der Bahnhof seien ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt in der Region. Gleichzeitig gebe es aber besonders in Bahnhofsnähe eine »Problem-Klientel«. Die bestehe aus Angehörigen der Trinker- und Obdachlosenszene, Mitgliedern der Punker- und Drogenszene sowie – seit der jüngeren Vergangenheit – auch aus Gruppen junger Männer aus der nahen Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im Meisenbornweg. Die Zahl der Straftaten sei in den vergangenen zwei Jahren »deutlich« angestiegen. Zu den häufigsten Delikten zählen Diebstähle, Beleidigungen im sexuellen Bereich – »Begrapschen« – und Körperverletzungen.

Monatliche Kontrollfahndungen

Um dem Einhalt zu gebieten, haben die Behörden von Bundes- und Landespolizei seit etwa einem halben Jahr ihre Zusammenarbeit rund um den Bahnhof verstärkt. Jeden Monat gebe es gezielte Kontrollfahndungen, berichtete Dittel. Die Beamten suchen dann den Bahnhof sowie die Umgebung nach Personen ab, die ausweislich der Aufzeichnungen von Überwachungskameras Straftaten begangen haben. Zu den kontrollierten Bereichen zählen auch die Züge zwischen Friedberg und Marburg sowie zwischen Gießen und Herborn, erläuterte der Polizeisprecher. Das sei effizienter als die Aufteilung in Gruppen der Bundespolizei – zuständig für den Bahnhof – und solche der Landespolizei – zuständig für den Nahbereich.

Zwar wurden am Mittwoch die in diesem Zusammenhang gesuchten sieben Verdächtigen nicht gefunden, obwohl 85 Personen überprüft wurden. Trotzdem sieht Dittel einen Erfolg. Denn für die Polizei ergäben sich immer Zufallstreffer: Neben zwei Schwarzfahrern konnte auch ein Flüchtling festgestellt werden, der sich illegal in Deutschland aufhält. Und die Beamten erwischten elf Kleinkriminelle, deren Adressen von der Staatsanwaltschaft benötigt wurden, um diesen Personen bereits erlassene Strafbefehle über Geldstrafen zustellen zu können.

Noch wichtiger: Solche Kontrollen hätten eine große präventive Wirkung. Potenzielle Straftäter würden abgeschreckt und das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt.

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