Diese Balletttänzerinnen hat Armin Müller-Stahl in Anlehnung an den Stil von Edgar Degas gemalt. FOTO: DKL
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Diese Balletttänzerinnen hat Armin Müller-Stahl in Anlehnung an den Stil von Edgar Degas gemalt. FOTO: DKL

Bumskanonen und Krachgewehre

  • vonDagmar Klein
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In wenigen Tagen feiert Armin Müller-Stahl seinen 90. Geburtstag. Ihm zu Ehren stellt Schiffenberg- Galerist Rudolf Lotz neue Malerei und Zeichnungen des vielseitigen Künstlers aus. Ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass der vor allem als Schauspieler berühmte Künstler auch noch im hohen Alter voller Kreativität steckt.

Am 17. Dezember wird sein 90. Geburtstag zu feiern sein: Armin Müller-Stahl, international renommierter Schauspieler, der seit 2001 auch als Maler bekannt ist, zudem als Dichter und Musiker gewürdigt wird. Seine Erfolge und Ehrungen sind zahlreich. Und er ist weiterhin aktiv als Maler und Zeichner.

Galerist Rudolf Lotz hat das ganze Jahr über immer wieder neue Arbeiten von Müller-Stahl bekommen, darunter farbkräftige Stadtlandschaften, karikatureske Skizzen oder Balletttänzerinnen nach Degas. Das Beatles-Gruppenbild und das John Lennon-Porträt sind schon etwas älter, die beliebten Motive sind fast vergriffen, erzählt er.

Zum Jahresende konnte Lotz ein Vierer-Set Druckgrafiken erstehen, die zu einem Liedtext mit dem kuriosen Titel "Bumskanone, Rasselsäbel und Krachgewehr" geschaffen wurden. Das lautmalerische Gedicht hat Mueller-Stahl bereits Mitte der 1960er Jahre getextet, es ist ein Protest gegen Waffen jeglicher Art. Nun hat er Zeile für Zeile farbkräftige Malereien kreiert, die nicht direkt illustrieren, aber alle um das Thema Waffen, Krieg und die Folgen kreisen. Der Verlag Hatje Canz hat die 33 Abbildungen in einer anspruchsvollen Publikation versammelt (28 Euro), Stahls Freund Björn Engholm hat das Vorwort geschrieben. Und die Vertonung des Textes durch den Künstler persönlich kann man mithilfe des im Buch abgedruckten QR-Codes hören.

Mueller-Stahl wurde in Tilsit/Ostpreußen geboren, in der Nachkriegszeit studierte er Musik am Konservatorium in Berlin, nahm Schauspielunterricht und entdeckte die Malerei für sich. Bereits 1952 hatte er ein Engagement beim Theater am Schiffbauerdamm in Berlin und 1956 seine erste Filmrolle. Er wurde in der DDR mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, unterschrieb 1976 die Protestresolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann und verließ 1979 selbst die DDR.

Auch im Westen war er gleich erfolgreich, erhielt das Bundesverdienstkreuz und Filmpreise, publizierte 1981 seinen ersten Roman "Verordneter Sonntag". 1985 folgte er der Einladung in die Filmwelt Hollywoods, übersiedelte 1992 in die USA, kehrte aber immer wieder nach Deutschland zurück. 1997 erschienen seine Erinnerungen, nach Durchsicht seiner Stasi-Akte in der Gauck-Behörde. Es folgten zahlreiche, deutsche und internationale Ehrungen, er publizierte weitere Romane und Dramen. 2001 hatte er seine erste Kunstausstellung, bald folgten Mappenwerke und Kunstbücher. FOTO: DPA

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