Bürger bekommen keine Gelben Tonnen mehr

Gießen/Buseck (ta). Über 4000 Gelbe Tonnen werden derzeit von Grundstückseigentümern in Stadt und Kreis Gießen zur Entsorgung von Verpackungsabfällen genutzt. Die Nachfrage nach dieser kostenpflichtigen Alternative zu den Gelben Säcken, die gratis verteilt werden, aber leicht aufreißen, ist ungebrochen. Doch neuerdings will die Firma ZAUG Recycling GmbH als örtliches Abfuhrunternehmen keine weitere grauen Tonnen mit gelbem Deckel mehr ausliefern.

Gießen/Buseck (ta). Über 4000 Gelbe Tonnen werden derzeit von Grundstückseigentümern in Stadt und Kreis Gießen zur Entsorgung von Verpackungsabfällen genutzt. Die Nachfrage nach dieser kostenpflichtigen Alternative zu den Gelben Säcken, die gratis verteilt werden, aber leicht aufreißen, ist ungebrochen. Doch neuerdings will die Firma ZAUG Recycling GmbH als örtliches Abfuhrunternehmen keine weitere grauen Tonnen mit gelbem Deckel mehr ausliefern. Das Busecker Unternehmen beruft sich auf den Vertrag zwischen dem Dualen System Deutschland und dem Landkreis Gießen, der sich auf das Sacksystem festgelegt habe. Daran habe der Systembetreiber soeben erinnert.

Gelbe Tonnen sehen ordentlich aus und können nicht herumfliegen, der Inhalt kann sich nicht auf Straßen oder Höfen verteilen, wenn Katzen, Marder oder Elstern sich daran zu schaffen machen, es gibt keine Geruchsbelästigung - das feste Behältnis hat seine Vorzüge gegenüber den flatterhaften Plastiksäcken. Deshalb hatten sich in den letzten Jahren viele heimische Grundstückseigentümer die 240-Liter-Tonnen angeschafft, die den Inhalt von vier bis fünf Säcken aufnehmen können.

Dieser Service wurde allerdings nicht an die große Glocke gehängt, weil er zusätzliche Sammelfahrzeuge mit der entsprechenden Hebetechnik erfordert. Anfang 2007 propagierte die Großen-Lindener Firma "Knab Consult & Service" dann aber wieder die Gelben Tonnen. Daran änderte sich auch nichts, als die Zuständigkeit für die Einsammlung des Abfalls mit dem Grünen Punkt zu Beginn dieses Jahres zur teilprivatisierten ZAUG Recycling GmbH wechselte.

Für 39 Euro plus 25 Euro Anlieferungspauschale wurden die Gelben Tonnen bis vor kurzem angeboten; die Abholung ist gratis wie bei den gelben Säcken. Doch in jüngerer Zeit wurde Interessenten, die diese Behälter bestellt hatten und darauf warteten, mit der Auskunft vertröstet, die Lieferzeiten hätten sich verlängert. Und in dieser Woche erfuhren die Antragsteller: Es werden keinerlei Gelbe Tonnen mehr ausgegeben.

Dieser Service sei "irrtümlich" weiter angeboten worden, meinte dazu ZR-Vertriebsleiterin Christina Halfmann auf AZ-Anfrage. Er müsse aber nun eingestellt werden, nachdem der Systembetreiber daran erinnert habe, dass der Landkreis Gießen sich für das Sacksystem entschieden hatte. Daran sei die ZR als Vertragspartner gebunden. Nichts ändern wird sich Halfmann zufolge aber für die Besitzer der bisher in Stadt und Landkreis genutzten Gelben Tonnen: Sie würden weiterhin regelmäßig geleert.

Kenner bezweifeln, dass der Vertrag zwischen DSD und Landkreis die tatsächliche Ursache für den plötzlichen Richtungswechsel des Busecker Entsorgers ist. Vermutet wird vielmehr, dass der hohe Anteil an "Fehlwürfen" für Kummer sorgt, weil er Zusatzkosten verursacht: Gemeint sind damit Abfälle, die eigentlich in die Restmülltonne gehören. Schon Anfang 2007 wurde die Quote im heimischen Raum auf 20 Prozent geschätzt. Bei den dünnwandigen Gelben Säcken lässt sich das durch Gewicht und Aussehen relativ leicht feststellen; sie werden nötigenfalls von den Einsammlern einfach am Straßenrand liegen gelassen. Bei den Gelben Tonnen hingegen ist der Missbrauch durch die Bürger schwerer festzustellen und zu verhindern.

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