Der Marktplatz ist einer von vier Standorten, an denen eine Bude der Schausteller zu finden ist.
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Der Marktplatz ist einer von vier Standorten, an denen eine Bude der Schausteller zu finden ist.

Innenstadt

Buden im Seltersweg in Gießen: Schausteller und Stadt ziehen erste Bilanz

Seit einem Monat stehen mehrere Verkaufsbuden in der Innenstadt in Gießen. Die sie betreibenden Schausteller und die Wirtschaftsförderung ziehen nun Bilanz.

Die Lage seines Verkaufsstands ist nicht schlecht: Am Marktplatz ist viel los, Passanten laufen Richtung Seltersweg oder warten auf ihren Bus. Vielleicht ist Udo Werner von der Mandelbrennerei Werner deshalb gar nicht so unzufrieden mit seiner Präsenz in der Innenstadt. »Klar, es ist nicht das Stadtfest, aber es funktioniert«, sagt er. »Man muss ja mal wieder was anfangen, damit die Leute uns nicht vergessen.«

Es sollte eine kleine Überlebenshilfe für die durch die Corona-Pandemie gebeutelte Schaustellerbranche sein: Vor fast genau einem Monat verkündete Bürgermeister Peter Neidel sowie Frank Hölscheidt von der Wirtschaftsförderung zusammen mit Vertretern der Schausteller, dass diese zehn Buden in der Innenstadt aufstellen dürfen. Die Standzeit sollte 14 Tage betragen, dann sollten die Plätze neu vergeben werden. Dabei entscheidet das Losverfahren. Aktuell sind lediglich vier Buden aufgestellt - bei zehn zur Verfügung stehenden Plätzen. Am Ende entscheiden die Schausteller, ob sie einen möglichen Standplatz bespielen wollen. Die temporären Stände in der Innenstadt sollen bis zum 25. September bestehen bleiben.

Viele Schausteller haben ziemlich zögerlich auf das kommunale Hilfsangebot reagiert. 14 Standorte hatte die Stadt in der Fußgängerzone ausgesucht, um den heimischen Schaustellern wegen der abgesagten Veranstaltungen Verkaufsmöglichkeiten zu bieten. Neun Interessenten hatte es gegeben, von denen am Ende nur vier an der Auslosung der Plätze teilgenommen hatten. »Vielleicht schauen sich die anderen das erst einmal an und sind in der zweiten Runde dabei«, hatte der CDU-Wirtschaftsdezernent Neidel bei der Vorstellung der Pläne gegenüber der Presse gesagt.

»Die von uns gemachten Beobachtungen beim Besuch der Innenstadt zeigen, dass die angebotenen Produkte von den Passanten nachgefragt werden«, antwortet Hölscheidt auf die Frage nach einer ersten Bilanz. Er betont aber auch: »Die Buden können natürlich nicht das klassische Jahrmarkts- beziehungsweise Kirmesgeschäft ersetzen.«

Überlegungen, auf dem Messeplatz an der Ringallee einen kleinen Rummel zu organisieren, hatten Stadt und Schausteller angesichts weitreichender Restriktionen im Zuge der Corona-Pandemie nicht weiter verfolgt.

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