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Das "Lazarus"-Team: (v. l.) Dramaturg Harald Wolff, Bühnen- und Kostümbildner Michael Böhler, musikalischer Leiter Christian Keul und Regisseurin Katharina Ramser. FOTO: SCHEPP

Bowies Vermächtnis

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Kurz vor seinem Tod hatte David Bowie sein Musical "Lazarus" geschrieben. Die Geschichte über das ewige Leben ist nun auch am Stadttheater zu sehen. Regisseurin Katharina Ramser inszeniert es gespickt mit Bowie-Hits und optisch spektakulär. Am Samstag ist Premiere.

Es gibt Stücke, deren Hintergrund oder Titel sofort Aufmerksamkeit generiert. Das Musical "Lazarus" ist so ein Fall, gilt es doch als Vermächtnis von Weltstar David Bowie. Kein Wunder also, dass das Interesse an der Aufführung im Stadttheater groß ist. Allein zur Matinee-Kostprobe waren zahlreiche Interessierte erschienen, darunter auch Mitglieder eines bundesweiten David-Bowie-Fanclubs.

Was das Publikum bei der Premiere am Samstag erwartet, darauf machten nun im Pressegespräch noch einmal Regisseurin Katharina Ramser, Bühnen- und Kostümbildner Michael Böhler und der musikalische Leiter Christian Keul gemeinsam mit Chefdramaturg Harald Wolff neugierig.

Sie habe ungeheure Lust auf diese Art "luftigen Text" gehabt, verrät Ramser, die noch von ihrer "Capitalista Baby!"-Inszenierung in Gießen in bester Erinnerung ist. Sie interessiere an "Lazarus" nicht nur die Rückschau auf Bowies Leben, sondern auch der von ihm thematisierte Moment, wenn das Leben zu Ende geht und ein Mensch sich an das erinnert, was ihn geprägt hat. Der Text wirke wie kleine getupfte Miniaturen voller Tiefgang und gleichzeitiger Leichtigkeit, schwärmt Ramser.

Für die "Lazarus"-Traumzwischenwelt, in der die Handlung nicht stringent erzählt wird, hat Michael Böhler eine spektakulär spiegelnde Bühne entworfen. Hier kreisen Projektionsflächen wie Ringe um eine aus Scheinwerfern geformte Sonne. Auf diese Flächen werden von Kameramann Tom Bernhard mit GoPro und 360-Grad-Kamera aufgenommene Szenen eingespielt. Küssende Paare, eine im Schwimmbad Ringallee aufgenommene Vision eines Wasserplaneten, eine albtraumhafte Waldlandschaft - es gibt viel zu entdecken, um sich "mit und ohne Wissen um David Bowie", so Ramser, in diesen Strudel der Erinnerungen wie in einem Fiebertraum zu stürzen. "Überbordende Visualität", kündigt entsprechend Harald Wolff an. Und Christian Keul verspricht, dass die Musik mit insgesamt 17 live gespielten Bowie-Titeln die Geschichte in Songs weitererzählt. Aber es sei dennoch "keine Hit-Abspielstation".

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