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Corona-Faust: Einen Marktbesucher überzeugt Ministerpräsident Volker Bouffier (l.) auf dem Gießener Wochenmarkt, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.

Heimspiel für Ministerpräsident

Bouffier wirbt auf Gießener Wochenmarkt fürs Impfen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier wirbt in seinem Heimatort Gießen für die Impfkampagne - auf dem Wochenmarkt. 15 bis 50 Personen lassen sich an Markttagen impfen.

Gießen – Heimspiel für den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier: Am Mittwoch besuchte er den Wochenmarkt seiner Heimatstadt Gießen, um dort mit den Menschen über das Impfen ins Gespräch zu kommen. Außerdem machte er sich bei einer Sonderimpfaktion des Landkreises mit Landrätin Anita Schneider ein Bild von der Lage vor Ort.

Sonderimpfungen auf dem Wochenmarkt in Gießen: Volker Bouffier macht einen Rundgang

Seit einigen Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen bundesweit wieder an, so auch im Landkreis Gießen. Um die Impfquote zu erhöhen und mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen, ruft die Landesregierung im Kampf gegen das Corona-Virus verstärkt zum Impfen und Testen auf. Die Kabinettsmitglieder sind dafür in ganz Hessen unterwegs. »Impfen ist die beste Chance, die Pandemie zu überwinden, persönliche Freiheit zurückzugewinnen, sich selbst zu schützen, aber auch andere«, sagte Bouffier am Mittwoch nach einem Rundgang über den Markt.

Christian Betz, Vorstand des DRK-Kreisverbandes, und Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand der Johanniter, stehen mit einer gemeinsamen mobilen Impfstation derzeit an den Markttagen neben dem Schlammbeiser. Zwischen 15 und 50 Personen ließen sich pro Tag spontan impfen, erzählten sie dem Ministerpräsidenten. Bouffier sah zu, wie sich Handwerker Jürgen Hoppe impfen ließ. »Ich konnte nicht früher, ich habe drei Wochen lang in Bad Neuenahr beim Aufräumen geholfen«, sagte Hoppe.

Ministerpräsident Bouffier spricht mit Besuchern des Gießener Wochenmarktes über die Corona-Impfung

Für Bouffier ist indes klar: »Niedrigschwellige Aktionen sind wichtig, um das Impfziel zu erreichen«. Beim Rundgang bemerkt er: »Alle, die ich frage, sind geimpft, sagen sie. Von der Statistik her kann das so nicht stimmen.«. Eine 86-Jährige, die er anspricht, sei sogar bereits das dritte Mal geimpft. Am Stand der Gärtnerei Koch seien alle Mitarbeiter durchgeimpft, heißt es dort. Dennoch tragen sie alle Masken, obwohl dies derzeit auf dem Gelände keine Pflicht ist, »nur« empfohlen wird. Bouffier will wissen, ob die Menschen eine Idee haben, wie man die Nichtgeimpften zum Impfen bekommt. Bei einem Mann leistet der Politiker sogar Überzeugungsarbeit. Der 40-Jährige ist noch nicht geimpft, verspricht Bouffier aber, sich und sogar seine Verlobte noch während des Marktes impfen zu lassen. Darauf geben sich die beiden die Corona-Faust.

Weniger Erfolg hat Bouffier dagegen bei einem Ehepaar um die 60, das auf dem Markt ein Bistro betreibt, ohne Maskenschutz. Trotz des Arguments, dass 94 Prozent der Menschen auf den Covid-Stationen derzeit Nichtgeimpfte sind, biss der Ministerpräsident bei dem Paar auf Granit. Die beiden Vegetarier hätten ein sehr gutes Immunsystem, seien in ihrem ganzen Leben noch nie ernsthaft krank gewesen und hätten außer gegen Kopfweh noch nie Medikamente eingenommen, so ihre Begründung. (ige)

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