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Die Gießener müssen weiterhin auf einen Besuch im Botanischen Garten verzichten, weil die JLU sich nicht in der Lage sieht, die Corona-Bedingungen zu erfüllen.

Universität blockt ab

Gießen: Botanischer Garten bleibt geschlossen - Begründung lässt aufhorchen

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Diese Begründung lässt aufhorchen: Die Justus-Liebig-Universität will den beliebten Botanischen Garten nicht öffnen, weil weder das Buchungssystem noch die Einlasskontrolle umsetzbar seien.

Gießen - Trotz sinkender Inzidenzzahlen, herrlichem Sommerwetter und der kreisweit gültigen Lockerungstufe 2 wird der Botanische Garten im Herzen der Gießener Innenstadt weiterhin geschlossen bleiben. Das bestätigte die Pressestelle der Justus-Liebig-Universität am Montag auf Anfrage dieser Zeitung. Die Anlage müsse »geschlossen bleiben, da die rechtlichen Vorgaben eines Buchungssystems und einer Einlasskontrolle für uns nicht umsetzbar sind«, sagt JLU-Sprecherin Lisa Dittrich.

Der mehr als 400 Jahre alte Garten, der vielen Innenstadtbewohnern normalerweise als grüne Lunge und Ruheoase dient und auch bei Tagestouristen sehr bliebt ist, ist nun seit mehr als einem Jahr nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Für den Fall einer weiteren Stabilisierung der Corona-Lage und damit einhergehenden geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen bereite die Universität - laut Dittrich - derzeit aber Öffnungsschritte für universitäre Einrichtungen wie den Botanischen Garten und den Allgemeinen Hochschulsport vor. Erst nach Abschluss dieser Planungen könne man aber über einen Öffnungstermin informieren, so Dittrich weiter.

Botanischer Garten in Gießen: Unmut über Weigerung der Uni wächst

In der Gießener Bevölkerung wächst indes der Unmut über die Weigerung der Universität, den Garten zu öffnen. Immer wieder wird dabei der Vergleich mit Marburg herangezogen. In der Nachbarstadt ist der Botanische Garten auf den Lahnwiesen geöffnet. Seit die Sieben-Tage-Inzidenz in Marburg unter 100 liegt, benötigen Besucher keinen negativen Test. In den nächsten Tagen, wenn die Inzidenz in Marburg fünf Tage unter 50 lag, will die Philipps-Universität sogar auf die Erfassung der Daten verzichten. Die Anlage in Marburg ist allerdings weitaus größer und mit einem Kassenhaus am Eingangsbereich versehen.

Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht aus Gießen: Die Baumaßnahmen an den Gewächshäusern sind laut JLU mittlerweile abgeschlossen. »Aktuell finden noch Restarbeiten im Freiland statt, die aber auch kurz vor dem Abschluss stehen«, teilt Dittrich mit. Wann die Gewächshäuser eingeweiht werden, ist indes noch offen. »Wir werden die Eröffnungsfeierlichkeiten erst nach der Pandemie planen können«, sagt Dittrich.

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