Die Enge durch den Neubau der Gewächshäuser ist nicht mit Pandemie-Regeln vereinbar, meint die Uni. FOTO: HENSS
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Die Enge durch den Neubau der Gewächshäuser ist nicht mit Pandemie-Regeln vereinbar, meint die Uni. FOTO: HENSS

Städtisches Kleinod

Botanischer Garten in Gießen bleibt geschlossen

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Jetzt ist es amtlich: Die Gießener können "ihren" Botanischen Garten in diesem Jahr nicht mehr besuchen. Grund: Der Corona-Abstand ist nicht einzuhalten.

Gießen(kw). Er ist über 400 Jahre alt, ein beliebtes Kleinod für Innenstadtbewohner und eine der Top-Anlaufstellen für Touristen. Im Corona-Sommer wird die Frage immer lauter: "Wann macht der Botanische Garten endlich auf?" Die bittere Antwort: Gar nicht.

Weitere Baustelle ab Mitte August

Die Anlage bleibt für die Öffentlichkeit bis zum Frühjahr 2021 komplett geschlossen, weil die Corona-Abstandsregeln nicht sicher eingehalten werden könnten. Das erklärt Lisa Dittrich, Sprecherin der Justus-Liebig-Universität, auf GAZ-Anfrage. Zu riskant sei eine Öffnung in Pandemie-Zeiten angesichts der schmalen Wege, der zusätzlichen Enge durch die Baustelle der Gewächshäuser und dem nötigen Kernbetrieb aus Pflege, Lehre und Forschung. Bald fällt zudem die grundsätzliche Möglichkeit einer Einbahn-Regelung mit getrenntem Ein- und Ausgang weg. Die historische Mauer an der Senckenbergstraße soll ab 17. August an zwei Stellen saniert werden. Deshalb ist das Tor dort dann nicht nutzbar.

Zuletzt hatte die Uni angekündigt, eine Öffnung Mitte Juli nach Ende der Vorlesungszeit zu prüfen, zumal die erste Hochphase der Seuche abgeklungen ist. "Die Entscheidung ist uns - auch angesichts der Beliebtheit des Gartens in der Bevölkerung - nicht leicht gefallen", versichert Dittrich. "Wir sehen aber keine andere Möglichkeit. Umso mehr freuen wir uns darauf, unsere Besucherinnen und Besucher hoffentlich ab dem kommenden Frühjahr wieder begrüßen zu können. Die neuen Gewächshäuser werden den Garten zu einem noch deutlich attraktiveren Ziel machen."

Die Anfänge des Botanischen Gartens gehen auf das Jahr 1609 zurück. Landgraf Ludwig von Hessen-Darmstadt überließ der zwei Jahre zuvor gegründeten Universität Gießen ein Lustgärtchen am Schlossturm zur Einrichtung eines "Hortus medicus". Er ist der älteste botanische Universitätsgarten Deutschlands, dessen alte Teile noch immer zur heutigen Anlage gehören.

Normalerweise darf die Öffentlichkeit das grüne Herz der Innenstadt von Mitte März bis Mitte Oktober nutzen. Die Stadt stellt dazu ehrenamtliches Aufsichtspersonal.

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