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Mietervereins-Idee: Wohnungen tauschen. 

Wohnungsmarkt

Börse zum Wohnungstausch auch in Gießen?

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Der Mieterverein Gießen schlägt für die Stadt eine Tauschbörse für Wohnungen vor. Was hinter der Idee steckt - und warum sie andernorts bisher kein Erfolgsmodell ist.

Rund 2000 Namen lang soll derzeit die Warteliste allein bei der stadteigenen Wohnbau GmbH sein. Es sind Mieter, die sich nicht in einer akuten Notlage befinden, sondern eine kleinere oder größere Wohnung suchen. Vor diesem Hintergrund schlägt der Mieterverein vor, dass sich die großen Wohnungsanbieter in Gießen wie die Wohnbau, die Baugenossenschaft 1894 und die Zinshaus AG zusammentun und eine Wohnungstauschbörse einrichten.

"Denn es gibt wohl eine erhebliche Zahl von Mietern, vor allem ältere, die in einer großen Mietwohnung leben und gerne in eine kleinere wechseln würden. Ein Wohnungstausch ist aber nicht eben einfach," sagt der Mietervereinsvorsitzende Stefan Kaisers. Deshalb sollte es klare Regeln für den Tausch geben:

Bedingungen müssen erfüllt sein

Kaisers nennt Bedingungen für einen Tausch: Die Nettokaltmieten der jeweiligen Tauschwohnungen blieben unverändert, ein Neuvermietungszuschlag werde nicht erhoben. Eventuell gewährte einkommensabhängige Abschläge können weder auf den jeweiligen Tauschpartner übertragen werden, noch werden sie in die neue Wohnung mitgenommen.

Die wichtigsten Tauschfaktoren wie Größe, Lage, Ausstattung und Preis sollten passen, damit sich der Tausch auch wirklich lohne. Die Forderung von Vermittlungsprovisionen oder Abstandszahlungen sei dabei nicht zulässig.

Bei einem konkreten Tauschwunsch setze sich die Wohnungsbaugesellschaft mit den Interessenten in Verbindung und kläre alle weiteren Schritte wie Termine, Vorabnahme oder vertragsrelevante Fragen. "Wer die Wohnung tauscht, beendet den aktuellen Mietvertrag und schließt für die neue Wohnung auch einen neuen Mietvertrag ab. Wenn beide Tauschpartner die neuen Mietverträge unterschrieben haben, ist der Vorgang abgeschlossen, der Tausch kann dann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden", erläutert Kaisers. Dann komme es zu einem doppelten Umzug, denn auch der Tauschpartner ziehe ja um.

Kein Anspruch und keine Garantie

Eine Rechtsanspruch zum Wohnungstausch sollte es nicht geben. Es müsse sich um ein freiwilliges Angebot handeln. Die Anbieter hätten keinen Einfluss darauf, welche Wohnungen im Tauschportal angeboten würden. Eine Garantie, dass Interessenten ein passendes Angebot fänden, oder gar einen Anspruch auf Tausch gebe es nicht.

Ein Anspruch auf Abstandszahlung bestehe nicht. Wie bei jedem Umzug sollte sich jeder Mieter gut überlegen, ob und zu welchen Bedingungen Gegenstände des Vormieters übernehmen werden.

Wohnungstauschbörsen gab und gibt es bislang hauptsächlich in Großstädten, zuletzt wollte München eine speziell für Senioren einführen. In anderen Städten wie Berlin seien die Börsen gefloppt, heißt es in Medienberichten.

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