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Blumenbett und Blumenbeet

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Ein paar mehr Sonnenstunden hätten es sein dürfen beim Auftakt des Gartenfests. Die Besucher staunen über viele Blumenbeete und ein Blumenbett aus Männertreu. Der Paradiesgarten lockt mit floralen Kreationen.

Über den Wolken mag die Freiheit wohl grenzenlos sein. Darunter herrschen am Donnerstagvormittag im Stadtpark Wieseckaue zwar sicher keine Ängste. Beim Gottesdienst zur Eröffnung des "Jubiläums-Gartenfestes" stehen dem einen oder der anderen die Sorgen aber ins Gesicht geschrieben. Als die ersten Besucher eintreffen, werden sie, passend zum Wetter, mit dem Reinhard-Mey-Hit empfangen. Und mit Nieselregen sowie leichtem Wind. Entsprechend schleppend läuft das Fest an.

Wer trotzdem früh auf den Beinen ist, bekommt zur Belohnung einen Platz direkt vor der Bühne. Die Mitglieder der evangelischen Nordstadt-Gemeinden Michael, Thomas und Paulus sind frische Luft an Himmelfahrt gewöhnt. Denn sie feiern diesen Tag sonst auf dem Segelflugplatz in der Wieseckaue, berichtet Pfarrer Rolf Noormann. So predigen Noormann und Pfarrerin Carolin Kalbhenn auch gegen das schlechte Wetter an. Kurz vor dem Schlusssegen hat Petrus ein Einsehen: Fortan bleibt es zumindest trocken.

Den weltlichen Teil der Eröffnung übernehmen Axel Pfeffer vom Förderverein Garten-Stadt Gießen und Stadträtin Gerda Weigel-Greilich. Sie begrüßen die Gäste mit einem Rückblick auf die Anfänge des Vereins vor zehn Jahren sowie auf die Landesgartenschau vor fünf Jahren. Zunächst als "Förderverein Landesgartenschau Gießen 2014", seit 2016 unter ihrem jetzigen Namen habe die Initiative deutlich sichtbare Spuren hinterlassen, betont Pfeffer. Namentlich freut er sich über "eine Welle der Bürgerbeteiligung, wie es sie in Gießen noch nicht gegeben hatte". Der Stadtpark sei unterdessen längst zu "unserem kleinen Garten Eden" geworden, sagt Weigel-Greilich, die von Pfeffer kurzerhand den Ehrentitel "Queen Mum der Landesgartenschau" erhält.

Im Laufe des Tages mausert sich der sogenannte Paradiesgarten zu einem der größten Anziehungspunkte. Kaum jemand passiert ihn, ohne die Kreationen der Gärtnerei Volz mit Smartphone oder Digitalkamera festzuhalten. Was den Fotofaktor betrifft, können da nur die von der Baumschule Engelhardt gestaltete Sitzbank und das Beet in Bettoptik der Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung im "Grünen Wohnzimmer" mithalten. Ein Whistleblower aus dem Förderverein ist übrigens sicher, dass Letzteres nicht zufällig so bepflanzt wurde: mit ein paar unschuldig-weißen Blümchen und vielen knallblauen Exemplaren der Lobelia erinus - besser bekannt als Männertreu.

Während die großen Gäste diese und andere florale Höhepunkte bestaunen, zieht es die kleinen magisch zu den "Crazy Chairs" genannten Outdoor-Hängematten. Diese Arbeitsteilung praktiziert unter anderem Familie Lösch. Mutter Heide bewundert die Kräuter- und Zierpflanzenkästen am Wegesrand, die Söhne Tim und Joshua chillen nebenan in den verrückten Stühlen. Begeisterung hört man hier wie dort. "Wahnsinn, das sind ja alles echte Blumen", gibt Mutter Lösch zu Protokoll. "Richtig cool" sei das Schaukeln in den Hängematten, meinen dagegen ihre Sprösslinge.

Wenig später schauen sich die beiden das Figurentheater auf der Bühne am Quellgarten an. Weitere Programmpunkte sind der Fanfarenzug Hansa, der 1. Rock’n›Roll-Club Gießen, die Show "Elvis meets Musical" vom Verein "Musical und Kultur Gießen" und die "2zu1"-Tanz- und Partymusik.

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