Bismarckturm wird wohl erst im Sommer 2011 wiedereröffnet

Gießen (pm). Getreu dem Sprichwort "Gut Ding will Weile haben" geht auch die Fertigstellung des Bismarckturmes in die Verlängerung. Wie soeben der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Bernhard Höpfner, mitteilt, muss die für diesen Herbst geplante Wiedereröffnung des Turmes, die auf der Hardt mit einem Konzert der "Drei Stimmen" gefeiert werden sollte, auf das kommende Jahr verschoben werden.

Gießen (pm). Getreu dem Sprichwort "Gut Ding will Weile haben" geht auch die Fertigstellung des Bismarckturmes in die Verlängerung. Wie soeben der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Bernhard Höpfner, mitteilt, muss die für diesen Herbst geplante Wiedereröffnung des Turmes, die auf der Hardt mit einem Konzert der "Drei Stimmen" gefeiert werden sollte, auf das kommende Jahr verschoben werden.

Wer schon einmal bei der Sanierung eines alten Bauwerkes mitgewirkt hat, weiß, dass es dabei vielfach zu unkalkulierbaren Überraschungen kommt, die meist zu erheblichen Verzögerungen und nicht unerheblichen Mehrkosten führen. Schließlich handelt es sich bei dem Bismarckturm um ein denkmalgeschütztes Bauwerk, das ein behutsames und teilweise sehr differenziertes Vorgehen erfordert. Da es aber der erklärte Wille des Fördervereins ist, den Turm in jedem Falle für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, müssen bei der Wiederherstellung neben den Auflagen der Denkmalschutzbehörden auch aktuelle Sicherheitsbestimmungen der Bauaufsicht Berücksichtigung finden.

Diese Vorgaben haben, wie Dr. Höpfner betonte, beispielsweise bei der Restaurierung der metallenen Spindeltreppe im oberen Turmbereich dem Förderverein viel Kopfzerbrechen bereitet. Auch die Konservierung der auf dem Oktagon aufsitzenden großen historischen Feuerschale war mit großen Problemen behaftet, da diese seinerzeit aus einem Stahlmaterial geschaffen wurde, das den heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmaßnahmen nicht standhält.

Viel Arbeit bereiten dem Förderverein derzeit auch die Planungen für die Wiederherstellung des äußeren Zugangsbereiches zum Turm. Hier müssen alle Naturstein-Blockstufen und der gesamte Pflasterbelag völlig erneuert werden, da das alte Material absolut marode ist. Die dort ursprünglich verwendete Basaltlava aus einem Londorfer Steinbruch in der Rabenau steht heute nicht mehr zur Verfügung. Die Suche nach einer Alternative gestaltete sich äußerst schwierig. Erst jetzt ist es dem Förderverein gelungen, ein dem Original sehr ähnliches Material in einem Steinbruch in der Nähe des Klosters Maria Laach in der Eifel ausfindig zu machen. Damit sollte es aber möglich sein, auch diese Arbeiten noch rechtzeitig vor Einbruch des Winters abzuschließen, so Höpfner.

Ob dies auch bei der Rekonstruktion der alten Eingangstür gelingt, ist momentan noch nicht absehbar. Leider standen hierfür weder Pläne noch Zeichnungen zur Verfügung. Anhand einer fotografischen Aufnahme aus dem Jahre 1907 konnte nunmehr in enger Zusammenarbeit mit der Gießener Unteren Denkmalschutzbehörde von Joachim Rauch ein Entwurf erstellt werden, der dem Original sehr nahe kommt und auch so - nach Zustimmung durch das Hessische Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden - beauftragt werden soll. Diese schwere Eisenkonstruktion, die ein Gewicht von neun Zentnern aufweisen wird, muss nicht nur den denkmalrechtlichen Voraussetzungen entsprechen, sie soll auch als Schutz gegen mögliche Vandalen dienen.

Mit der restaurierten Eingangstür und der wiederhergestellten Treppen- und Podestanlage wird der äußere Zugangsbereich des Bismarckturmes wieder ein ansprechendes Aussehen erhalten. Dies gilt auch für den etwa 50 Meter langen Zugangsweg zur Anhöhe auf der Hardt mit dem jetzt im Innern schon weitgehend instandgesetzten Turm. Dieser Weg wurde kürzlich durch eine Benefizaktion der Firma Faber & Schnepp begradigt und grundhaft erneuert. Damit ist es möglich, in diesem Herbst eine zweite Baumreihe zu pflanzen und den Zuweg zum Turm als Allee zu gestalten, von dessen Aussichtsplattform man einen wunderbaren Blick auf Gießen und seine Umgebung genießen kann.

Allerdings wurde durch die nicht vorhersehbaren Zusatzarbeiten ein großes Loch in die Kasse des Fördervereines gerissen. Die noch zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel reichen bei weitem nicht aus. Deshalb bittet der Verein weiterhin um Unterstützung und um Spenden, um dieses gemeinnützige Vorhaben zu einem erfolgreichen Abschluss bringen zu können.

Spendenkonten: Volksbank Mittelhessen, Konto-Nummer 47 493 900, BLZ 513 900 00; Sparkasse Gießen Konto-Nummer 200 714 147, BLZ 513 500 25.

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