Mit Bierflasche zugeschlagen:

Gießen (kan). Das Berufungsverfahren gegen die zwei jungen Männer, die vor vier Jahren an einer Tankstelle in der Rodheimer Straße mit einer Bierflasche zugeschlagen haben sollen, wurde am Donnerstag eingestellt. Bedingung dafür war, dass sie 800 und 300 Euro an die Staatskasse zahlen.

In erster Instanz war der eine zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, der andere zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro. Gegen diese Entscheidung des Amtsgerichts hatten die beiden Berufung eingelegt und der Fall wurde in dieser Woche vor der Ersten Strafkammer des Gießener Landgerichts erneut verhandelt.

Ihnen war vorgeworfen worden, an der Tankstelle mit einer anderen Gruppe in Streit geraten zu sein und einem 25-jährigen Mann eine volle Bierflasche "mit bedenkenloser Brutalität" auf dem Kopf zerschlagen zu haben. Vorausgegangen waren wohl Provokationen, auch die Fäuste und Pfefferspray sollen zum Einsatz gekommen sein. Der junge Mann hatte von der zerbrochenen Flasche blutende Schnittwunden an der Stirn davongetragen, die Narben sind noch immer zu sehen.

Das Opfer selbst konnte sich an den Vorfall kaum erinnern, aber auch die anderen Zeugen halfen nur wenig bei der Aufklärung. Sie widersprachen sich, hatten im entscheidenden Moment in die andere Richtung geschaut oder ihre Erinnerung war verblasst. Insgesamt beurteilten die Verteidiger sie als wenig hilfreich. Die Videobänder der Tankstelle vom betreffenden Abend existieren nicht mehr, nach dem Polizeibericht war auf ihnen aber ohnehin nichts zu sehen.

Die Verteidiger beantragten, noch weitere Zeugen zu hören, insbesondere Polizeibeamte und den Tankstellenbetreiber. Anschließend stimmten sie jedoch dem Vorschlag zu, das Verfahren gegen Geldauflagen einzustellen. Versäumen die Angeklagten die Zahlung, wird der Fall erneut aufgenommen.

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