Imke Hewelt (l.) und ihre Imker-Familie ziehen ihre Bienenvölker aus dem eigenen Garten auf das Dach eines Wohnbau-Hauses um. FOTO: SCHEPP
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Imke Hewelt (l.) und ihre Imker-Familie ziehen ihre Bienenvölker aus dem eigenen Garten auf das Dach eines Wohnbau-Hauses um. FOTO: SCHEPP

Bienen müssen umziehen

Das Bienen-Fieber ist vor zwei Jahren von Tochter Imke auf den Rest der Familie Hewelt übergesprungen. Jetzt ist der Platz im Garten aber zu klein geworden. Die Wohnbau hilft aus und lässt die Bienen auf einem ihrer Häuser leben.

Die Bienen sind nur ein paar Häuser weiter gezogen. Auf einem Flachdach eines Hauses der Wohnbau in der Alfred-Bock-Straße leben jetzt vier Bienenvölker - mit bis zu 10 000 Bienen pro Volk. Im Garten der Familie Hewelt sei es zu eng geworden, sagt Vater Torsten Hewelt. Außerdem sei die Flugschneise genau zu den Nachbarn verlaufen. "Und da herrscht teilweise mehr Betrieb als beim Frankfurter Flughafen."

Bienen aus der Schule mitgebracht

"Auf die Biene gekommen" ist die Familie durch Tochter Imke. Sie besucht die achte Klasse der Liebigschule, und seit der fünften Klasse geht Imke in die Bienen-AG. Dort lesen sich die Schüler in das Thema Imkerei ein und dürfen auch selbst Aufgaben in der Schulimkerei erledigen. Sie ziehen zum Beispiel die "Wabenrähmchen" aus dem Bienenstock und beobachten die Bienen. "Das macht richtig viel Spaß und ist eine wichtige Aufgabe", sagt Imke Hewelt. Die Imker müssen regelmäßig kontrollieren, wie stark das Bienenvolk ist oder wie es der Königin geht. "Wenn die stirbt, kann im schlimmsten Fall das ganze Volk sterben." Die Tochter hat ihre Eltern mit ihrem Interesse an den Bienen angesteckt. Im Frühjahr 2019 habe die Familie dann das erste Bienenvolk aus der Liebigschule geschenkt bekommen und seitdem beschäftige sich die ganze Familie mit der Imkerei. Das Imkern sei ein sehr zeitaufwendiges Hobby, das viel Platz benötige, sagt Torsten Hewelt. Dabei geht es nicht nur um die Bienenstöcke im Garten. Auch im Keller nehmen Schutzanzüge, Honigschleuder oder weitere Etagen für den Bienenstock Raum ein. "Man sagt fünf Quadratmeter Platz für die Grundausrüstung und dann noch einmal einen pro Volk obendrauf", sagt Imke Hewelt.

Imkerausrüstung braucht Platz

Zumindest im Garten hat die Familie jetzt wieder mehr Platz. Susann Balser-Hahn, Sprecherin der Wohnbau, kann sich Bienen auch auf weiteren Häusern der Wohnbau vorstellen. "Wir unterstützen Nachhaltigkeit." Aber die Wohnbau stellt nur den Platz zur Verfügung. Um die Bienen auf dem Dach in der Alfred-Bock-Straße kümmert sich weiterhin die Imker-Familie.

Die Hewelts ernten und verkaufen den Honig. "Wir rechnen mit 30 bis 40 Kilogramm pro Volk", sagt der Vater. Dieses Jahr haben sie 120 Kilogramm gesammelt. Den isst aber nicht jedes Familienmitglied gleich gerne. Imke Hewelt gesteht: "Ich mag lieber Marmelade auf dem Brot."

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