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In der Stadtbibliothek stellen Oberbürgermeisterin, Kulturamts- und Bibliotheksleitung sowie Vertreter der Kooperationspartner Zellkultur, ZiBB, Werkstattkirche und LZG die partizipative Entdeckungsreise von "Ich.Morgen" vor. FOTO: GL

Der BibSatellit kommt

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Frohe Botschaften verkündet man wohl am besten vor Weihnachten. Das haben sich Kulturamt und Stadtbibliothek zu Herzen genommen und am Freitag bekannt gegeben, dass die Kulturstiftung des Bundes in ihrem Programm "hochdrei - Stadtbibliotheken verändern" das Gießener Projekt "Ich.Morgen" mit 180 000 Euro fördert. Startschuss für die "partizipative Entdeckungsreise durch die vier Himmelsrichtungen Gießens" ist im März nächsten Jahres.

Von 80 eingereichten Anträgen an die Kulturstiftung des Bundes für ihr Programm "hochdrei - Stadtbibliotheken verändern" wurden gerade mal neun als förderungsfähig eingestuft. Und Gießen ist mit seinem Projekt "Ich.Morgen" dabei. Das berichteten am Freitag voller Stolz Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Stadtbibliotheksleiter Guido Rupp, Kulturamtsleiter Stefan Neubacher und Mitarbeiterin Stephanie Jackson sowie Marco Rasch und Ida Schulz von Zellkultur. Gemeinsam mit Vertretern der Kooperationspartner LZG (Anna-Lena Heid, Nicolaus Webler), ZiBB (Anna Sophie Bühne) und Werkstattkirche (Bärbel Weigand) stellten sie die Planungen vor.

Und die sind ausgesprochen vielfältig. Die Stadtbibliothek wird seit zehn Jahren im Rathaus rege frequentiert, aber mit "Ich.Morgen" gehe es darum, nun auch "nach draußen, zu den Menschen zu gehen", betonte die Oberbürgermeisterin. 180 000 Euro (Laufzeit 24 Monate) gibt es als Förderung von der Kulturstiftung des Bundes, 20 000 Euro kommen aus Eigenmitteln dazu. Mit ihrem Programm will die Kulturstiftung des Bundes die Stadtbibliothek in ihrer Rolle als kooperationsfreudigen und teilhabeorientierten Kulturort stärken. Ziel ist es, den digitalen und analogen Raum des Wissens und der Begegnung zusammenzubringen. "Die Stadt hat mit der Stadtbibliothek im Rathaus als Ort mit hoher Aufenthaltsqualität viel richtig gemacht. Um weitere Zielgruppen zu erreichen, ist es aber auch notwendig rauszugehen", betont Bibliotheksleiter Guido Rupp. "Wir wollen Lust auf mehr machen."

"Mutterschiff" Stadtbibliothek

Offizieller Start des Gießener Projekts "Ich.Morgen" ist im März 2020. Spätestens im Oktober nächsten Jahres soll es die erste Veranstaltung geben - dann wird zum ersten Mal der BibSatellit bei einem der Kooperationspartner seine Türen öffnen. Als BibSatellit wird ein umgebauter Bauwagen dienen, in dem nicht nur "analoge" Bücher für die Recherche, sondern auch "digitale" Hardware für Recherche und zum Schreiben vorhanden sein werden. Außerdem stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die "beim Schreiben, Sprechen und Denken" behilflich sein können. Ziel ist es, möglichst niedrigschwellig zu sein. Texte in anderen Sprachen können übersetzt werden.

An vier Standorten - den vier Himmelsrichtungen entsprechend - und in drei Durchläufen zu den Themen "Ich.Mensch", "Ich.Arbeit" und "Ich.Umwelt" können Besucher selbst Texte und Ideen zu den jeweiligen Themen verfassen. Diese werden in einer Art Live-Stream auch in der Stadtbibliothek nachzulesen sein.

Dort soll eine Art "Mutterschiff" eingerichtet werden, ein einsehbarer Projektraum direkt neben dem Treppenaufgang, in dem Veranstaltungen und drei Minikonferenzen stattfinden sowie auf einem Screen die Texte zu finden sein werden. Und dort wird auch zu jeder Fragestellung eine Abschlusskonferenz veranstaltet. Das Literarische Zentrum wird in diesem "Ich.Morgen"-Raum Minikonferenzen gestalten: Lesungen, Diskussionsabende, Filmvorführungen oder Konzerte sind möglich.

Jeder Besuch des BibSatelliten bei den Kooperationspartnern ZiBB im Ostviertel, Werkstattkirche in der Nordstadt und Quartiermanagement in der Weststadt - ein Kooperationspartner im Süden der Stadt wird noch gesucht - wird mit einem Willkommensfest eröffnet, auch um Aufmerksamkeit zu schaffen. Kleine Performances, Konzerte oder Impulsverträge sind dort angedacht. Anschließend soll der BibSatellit jeweils eine Woche vor Ort bleiben und für Besucher offenstehen. "Die Menschen schreiben zu den einzelnen Themen ihre Ideen auf", erläutert Marco Rasch. Eine noch zu entwickelnde Software wird aus diesen Texten Sätze, Stichwörter und Themen für die "Live Wordcloud" im Sinne von "Die Stadt schreibt ihren eigenen Text" herausfiltern, aber auch ein Buch ist geplant. Geplant ist außerdem eine "Ich.Morgen" Homepage.

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