Bibliothek als Beratungsstelle

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Gießen(kw). Nordstadt - das sind wir? Vielen Bewohnern des Gebiets zwischen Marburger Straße, Wieseckaue und Ludwig-Richter-Straße ist dies gar nicht bewusst. Doch auch sie haben einen Anspruch auf alle Angebote in dem Quartier, das als "soziale Stadt" gefördert wird. Nun kommen Berater unterschiedlichster Einrichtungen direkt zu ihnen. Die Bibliothek der Käthe-Kollwitz-Schule am Spitzwegring wird jeden Donnerstagmittag zum "Elterncafé". Dort sind indes nicht nur Mütter und Väter, sondern alle Interessierten willkommen.

Für eine Grundschule sei diese Öffnung noch ungewöhnlich, sagte Stadträtin Astrid Eibelshäuser bei der Auftaktveranstaltung. Das Modell sei "durchaus übertragbar" auf andere Stadtteile.

Die Initiative ging von der Schule und dem Stadtteilmanager Lutz Perkitny aus. Immer wieder erweise sich, dass die Angebote des Nordstadtzentrums nur ganz vereinzelt von den Bewohnern des Viertels jenseits der Marburger Straße angenommen würden, erklärt Schulleiter Florian Krauß. Das gelte auch für die Jugendlichen, die sich "auf allen freien Plätzen" träfen - vom Spielplatz über die Grünfläche vor der Thomaskirche bis zu den Außenbereichen der KKS und des Kindergartens. Für die Anwohner sei das problematisch. Eltern wüssten oft zu wenig über Unterstützungsmöglichkeiten oder scheuten sich, Einrichtungen aufzusuchen. Dies sei auch in der täglichen Arbeit der Kirchengemeinde zu spüren.

Jede Woche "Café"

Deshalb kommen die Experten nun in den östlichen Teil der Nordstadt. Jeden Donnerstag von 12 bis 13 Uhr können sich Interessierte ungezwungen treffen und beim Gast des Tages zu einem Schwerpunktthema informieren. Die Teilnahme ist kostenfrei und unverbindlich. Bei Bedarf gibt es direkt vor Ort Beratung oder einen Termin dafür.

Am 30. Januar erläutert eine Vertreterin des Jobcenters Themen wie berufliche Neuorientierung, Bewerbung, Kinderbetreuung oder Unterstützung durch das Teilhabepaket. Es folgen die Sozialberatung Aktino, ZAUG, Jugendwerkstatt und Nordstadtverein. Die Themen reichen vom Deutschlernen bis zu Wohnungsproblemen, von Erziehung bis zu Schulden. Interesse am Mitmachen haben auch Volkshochschule, Kinderschutzbund und andere Anbieter.

"Schule ist heute kein ›Einzelkämpfer‹ mehr", unterstreichen Krauß und die Vertreter der Institutionen. Bei der Vernetzung könne man aufbauen auf bereits funktionierende Kooperationen wie den Bildungsverbund Nord oder die Arbeitsgemeinschaft Nord der Jugendhilfe-Anbieter.

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