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Das Landespolizeiorchester brilliert in der Thomas-Morus-Kirche. Foto: Steffek

Bewegendes Adventskonzert

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Gießen(has). Polizeipräsident Bernd Paul fand lobende Worte. "Unsere Polizei ist 365 Tage im Jahr und 24 Stunden täglich im Einsatz und macht sehr gute Arbeit. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben, braucht aber den festen Rückhalt in der Bevölkerung", sagte der Chef des Polizeipräsidiums Mittelhessen am Samstagabend zum Auftakt des traditionellen Weihnachtskonzerts in der Thomas-Morus-Kirche. Mit dem Benefizkonzert danke die Polizei allen Unterstützern. Dazu gehören laut Paul Individuen und Organisationen und nicht zuletzt die gastgebende Kirchengemeinde und die über 100 Mitwirkenden, die alle unentgeltlich auftreten. "Sie ermöglichen die Unterstützung des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Gießen, dem der Erlös zugute kommen wird", sagte Paul. Zuvor hatte Pfarrer Matthias Schmid die erste Kerze am Adventskranz entzündet und den Geist der Adventszeit beschworen. Er betonte, dass in "unsicheren Zeiten Empathie und Toleranz unverzichtbar" seien.

Fulminantes Orchester

Für einen fulminanten Auftritt hatte anfangs das Landespolizeiorchester Hessen gesorgt, das Steven Reinekes "Rise of the Firebird" intonierte und unter der bewährten Leitung von Laslo Szabo verdeutlichte, dass die Vorweihnachtszeit nicht nur beschaulich ist, sondern auch bewegt sein kann. Der vom Hessischen Rundfunk bekannte Moderator Reinhard Schall, der auch kleine eigene Erlebnisse mit der Polizei einstreute, kündigte den nächsten Beitrag der Polizeimusiker an, einen Block mit eher beschaulichen Klängen, "A Winter’s Tale", ein Wintermärchen. Märchenzeit ist Kinderzeit, und so passte es hervorragend, dass der Auftritt eines Chores mit Mädchen und Jungen folgte.

Schon allein der Einzug der Kinderschar vom Kinderchor "Notenschlüssel" und dem Jugendchor "Teen Voices" aus Mittenaar stimmte froh, was durch einen Beitrag von Reinhard Schall über einen Eselskopf noch eine humoristische Steigerung erfuhr. Trotzdem passte der erste Vortrag "Leise kommt ein Lied gegangen". Höchst beachtlich, wie es Dirigentin Elvira Klaas gelang, die quirlige Formation über einen kleinen Apfel und dicke rote Kerzen singen zu lassen und die alle Jahre zu dieser Zeit erklingenden "Jingle Bells" beschwingt vorzutragen. Es folgte vom Landespolizeiorchester "A Christmas Carol Fantasy".

Ein musikalischer Genuss war der Auftritt der selbst im Polizeidienst tätigen Lisa Dietrich aus Waldsolms, ein "Weihnachtsengel", der mit entsprechender Stimme "Winterwonderland", "Wertvoll" mit ebensolchem beachtlichen Text und "Have yourself a merry little Christmas" vortrug und das Auditorium verzauberte, das mit einem Beifallssturm dankte. "Let the Bells Ring" als nächster Vortrag des Landespolizeiorchesters bewies, dass es sich bei den Musikern um ein "fortgeschrittenes Ensemble" handelt, das diese schwierige Aufgabe souverän löste. Anschließend stellte Beate Baach den Kinder- und Jugendhospizdienst Gießen vor und löste damit bei der Hörerschaft tiefe Betroffenheit aus. Allerdings war auch sehr viel Anerkennung für ihre Arbeit zu spüren, sodass allen Besuchern klar wurde, wie wichtig Spenden für dieses Anliegen sind.

Anerkennung für Hospizdienst

Ganz in diesem Sinne waren dann die von Polizeihauptkommissarin Yvonne Ruch vorgetragenen Fürbitten. Die fröhliche Seite der Adventszeit präsentierten Szabos musizierende Polizisten dann mit "A Holly Jolly Christmas Medley", dabei auch alte Bekannte, die mit dem rot-weißen Weihnachtsmann den Weg nach Europa fanden: "Frosty, the snowman" und Rudolf, das rotnasige Rentier. Schall sorgte für Lacher, als er den Dirigenten des Polizeiorchesters bat, beim nächsten Hessentagsfestzug Ministerpräsident Volker Bouffier den Rentiersong dirigieren zu lassen.

Konzertant ging es mit einem Höhepunkt weiter, vier Liedvorträgen des Gesangsvereins "Young Voices" aus Mittenaar. Zu welch beachtlichen Leistungen es der Chor unter der souveränen Leitung von Jochen Stankewitz gebracht hat, bewiesen unterschiedliche Beiträge wie "A festive gloria", "Es ist ein Ros entsprungen", und "Clap your hands". Keine Frage, dass der 2000 gegründete Chor in der Lage ist, eigene Abende zu gestalten, bei denen die Besucher so eifrig klatschen werden wie am Samstag.

Polizeiseelsorger Joachim Michalik gab besinnliche Worte mit auf den Weg. Alle Besucher und Beteiligten sangen "Wir sagen euch an den lieben Advent". Der beeindruckende Abend endete mit stehenden Ovationen und einer Zugabe des Landespolizeiorchesters.

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