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Schlappe

Bewährungsstrafe für Gießener Staatsanwalt bestätigt

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Ein Staatsanwalt aus Gießen ist in einem Berufungsverfahren wegen diverser Delikte erneut schuldig gesprochen worden. Ob er weiterarbeiten kann, ist damit aber noch nicht geklärt.

Die Entscheidung ist eine Schlappe für den Gießener Staatsanwalt. Obwohl er laut Prozessbeteiligten über eine Stunde lang redete, als ihm nach den Plädoyers das letzte Wort zugeteilt wurde, verwarf eine Kleine Strafkammer am Frankfurter Landgericht am Dienstag die Berufung des 38-Jährigen. Damit bestätigten die Richter das Urteil des Frankfurter Amtsgerichts vom vergangenen September (die GAZ berichtete): Zehn Monate Haft auf Bewährung. Unter anderem wegen Amtsmissbrauchs und Körperverletzung. Der Angeklagte war betrunken in eine Verkehrskontrolle geraten und hatte einen Polizisten geschlagen. Im Scheidungsverfahren eines Bekannten forderte er die Frau zur Herausgabe bestimmter Objekte auf – das an sie gerichtete Schreiben trug den Briefkopf der Staatsanwaltschaft. Außerdem hatte der Jurist 2014 vor einer Diskothek ohne konkreten Anlass die Polizei alarmiert, weil er sich von Türstehern provoziert fühlte. Als Bewährungsauflage muss er 8000 Euro an eine Stiftung zahlen.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, dem Angeklagten bleibt die Möglichkeit der Revision. Ein Sprecher des Justizministeriums wollte sich am Mittwoch auf Anfrage deshalb noch nicht zur beruflichen Zukunft des 38-Jährigen äußern.

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