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Der Betriebsrat des UKGM sorgt sich. 

Geplante Übernahme

Betriebsrat der Uniklinik Gießen in "großer Sorge"

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Der Betriebsrat des Uniklinikums Gießen sieht die geplante Übernahme von Rhön durch Asklepios kritisch. Was genau die Vertreter der Beschäftigten kritisieren.

Die geplante Fusion der beiden privaten Krankenhaus-Konzerne Rhön und Asklepios ist aus Sicht des Betriebsrats des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) keine gute Nachricht für die Beschäftigten. "Wir sehen das mit großer Sorge", erklärte der Gießener Standort-Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur am Dienstag gegenüber der Gießener Allgemeinen. Mit der Übernahme durch Asklepios sei eine noch mehr auf Gewinn orientierte Geschäftspolitik zu erwarten. "Asklepios ist kein guter Arbeitgeber", sagte Hanschur.

Wie berichtet, hatte Asklepios, das bereits Großaktionäre bei der Rhön-Klinikum AG ist, Ende vergangener Woche angekündigt, den Rhön-Aktionären ein freiwilliges öffentliches Angebot zur Übernahme ihrer Aktien zu unterbreiten. Dies geschah mit ausdrücklicher Unterstützung des Rhön-Gründers Eugen Münch, der sich vom Zusammengehen eine Stabilisierung der "Ertragskraft und Leistungsfähigkeit" für Rhön verspricht.

Uniklinikum Gießen: Chefetagen geben keinen Kommantar ab

Die Geschäftsführung des UKGM und die Chefetage von Rhön wollten die Entwicklung nicht kommentieren. Der Rhön-Vorstand sei in die Übernahmepläne bislang nicht eingebunden worden, hieß es zu Wochenbeginn auf GAZ-Anfrage aus der Rhön-Zentrale in Bad Neustadt.

Das 2006 privatisierte Universitätsklinikum Gießen und Marburg ist die mit Abstand größte Klinik im Eigentum der Rhön AG. Von der Struktur her bliebe das UKGM von einer Übernahme seiner Eigentümerin durch Asklepios unberührt, weil es über eine eigene Geschäftsführung und einen eigenen Aufsichtsrat verfügt.

Uniklinikum Gießen: Betriebsrat sieht Land in der Pflicht

Der Gießener Betriebsratsvorsitzender Hanschur geht gleichwohl davon aus, dass die "Unternehmensphilosophie" von Asklepios früher oder später durchschlagen werde. So erinnerte Hanschur daran, dass im vergangenen Jahr die nichtärztlichen Beschäftigten der Licher Asklepiosklinik für eine bessere Bezahlung und den Abschluss eines Tarfivertrags bei Aktionstagen demonstriert hätten. Sollte nach der Fusion von der Geschäftsführung des UKGM versucht werden, Standards in Frage zu stellen, müssten sich die Eigentümer "warm anziehen". Der Betriebsrat des UKGM sei klar strukturiert und "sehr durchsetzungsfähig", fügte Hanschur hinzu und erinnerte daran, wie entschlossen sich die Mitarbeiterschaft vor acht Jahren gegen eine Übernahme durch den Fresenius-Konzern gewehrt habe.

Der Betriebsrat sieht auch das Land Hessen als Alt- und Miteigentümerin des UKGM in der Pflicht. Der Gesamtbetriebsrat habe die aus Marburg stammende Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) zeitnah um ein Gespräch gebeten, berichtete Hanschur.

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