Die Übernahme der Uniklinik beschäftigt auch den Senat der Hochschule. FOTO: MAC
+
Die Übernahme der Uniklinik beschäftigt auch den Senat der Hochschule. FOTO: MAC

Betonung von Forschung und Lehre

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
    schließen

Wie steht der Senat der Universität Gießen zu der Übernahme der Uniklinik durch die Hamburger Asklepios-Gruppe? In dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Gremiums wurde besonders die Bedeutung von Forschung und Lehre unterstrichen.

Das Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) nimmt eine wichtige Rolle in der Hochschullandschaft der Stadt ein. Die Übernahme des UKGM durch die Hamburger Asklepios-Gruppe, die unter anderem das Krankenhaus in Lich betreibt, hatte bei Mitarbeitern für Besorgnis und Unsicherheit gesorgt. Dies kam unter anderem im Juni bei einer Demonstration zum Ausdruck. Doch wie steht der Senat der Justus-Liebig-Universität (JLU) zu diesem Thema?

In nichtöffentlicher Sitzung befassten sich die Mitglieder des Hochschulgremiums mit dieser Frage. Prof. Renate Deinzer beantragte wegen der Bedeutung des Themas, die Öffentlichkeit nicht auszuschließen; JLU-Präsident Joybrato Mukherjee verwies jedoch auf die Vertraulichkeit der Unterlagen; mit sechs zu acht Stimmen lehnte der Senat den Antrag von Deinzer mehrheitlich ab.

Am Abend betonte Mukherjee auf Anfrage dieser Zeitung, an den vertraglichen Grundlagen habe die Veränderung der Eigentümerverhältnisse nichts geändert. In der Senatssitzung sei es unter anderem darum gegangen, welche Themen der Uni im Zusammenspiel mit Asklepios wichtig und welche Konflikte möglich seien. Außerdem habe es einen Rückblick auf die Zeit seit der Privatisierung des Uniklinikums im Jahr 2006 gegeben, sagte Mukherjee.

Generell befinde man sich in einer sehr frühen Phase, betonte der Uni-Präsident. "Es gibt erste Gespräche, man lernt sich kennen." Diskutiert werde zum Beispiel die Frage der Berufungsverfahren für eine Professur in diesem Bereich; denn wer diesen Ruf erhält, unterzeichnet beim Klinikum einen Chefarztvertrag. Ein wichtiges Thema sei außerdem die Leistungsverrechnung: Ist die Uni zu finanziellen Leistungen an den Betriebskosten zu beteiligen, die sowieso bestehen - beispielsweise Heizkosten? Welche Leistungen werden überhaupt erbracht? Wie erfolgt die Abrechnung? Also alles grundlegende Fragen, die diskutiert werden müssten.

Mukherjee unterstrich, dass das Uniklinikum seinen Namen nicht einfach so trage, sondern eine wichtige Funktion für Forschung und Lehre innehabe. Die Beiträge in der Senatssitzung bezeichnete er als "Stärkung der universitären Interessen". Der JLU-Präsident betonte außerdem: "Man kann mit einem Uniklinikum nicht Geld verdienen." Die Renditeerwartung müsse "heruntergedimmt werden". Für einen großen Klinikverbund wie Asklepios sei dies einfacher als für eine kleine Kette wie die Rhön-Gruppe.

Ende Mai hatte das Bundeskartellamt grünes Licht für die Übernahme des Krankenhausbetreibers Rhön Klinikum durch die Hamburger Asklepios-Gruppe gegeben. Beide Unternehmen stünden nur bei akutstationären Krankenhausdiensten in der Region Gießen/Marburg im Wettbewerb zueinander. Asklepios betreibt nach Angaben des Bundeskartellamtes deutschlandweit insgesamt 160 Gesundheitseinrichtungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare