Die "Stop-Schilder" am Eingang werden abgehängt. Zwischen 14 und 17 Uhr sind am UKGM wieder Besuche möglich. FOTO: MAC
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Die "Stop-Schilder" am Eingang werden abgehängt. Zwischen 14 und 17 Uhr sind am UKGM wieder Besuche möglich. FOTO: MAC

Besucherandrang bleibt am Uniklinikum aus

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Gießen(mac). Ein wenig angespannt waren die Verantwortlichen am Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) schon. Doch der befürchtete Besucherandrang blieb am ersten Tag aus, an dem die mehr als 1000 stationären Patienten zum ersten Mal seit dem Corona-Lockdown Besucher empfangen durften. Insgesamt zählte das Klinikum am Donnerstag knapp 200 Besucher. Vor Corona waren es in der Spitze häufig mehr als 900 Besucher pro Tag. Sprecher Frank Steibli schätzt, dass die Menschen "noch vorsichtig" sind und abwarten, "wie sich die Regeln einspielen". Schon am Wochenende kalkuliert die Klinik mit deutlich mehr Besuchern.

"Mein Vater liegt hier. Auch wenn ich lieber mitgegangen wäre und mit den Ärzten gesprochen hätte, bin ich heilfroh, dass wenigstens meine Mutter ihn besuchen kann", sagte eine Langgönserin. "Sie hat mir jetzt Aufträge gegeben, um die Wartezeit zu überbrücken, die ich in der Stadt abarbeiten muss", sagte sie mit einem Augenzwinkern. Ähnlich locker nahm ein Ehepaar aus München die neuen Regeln: Da am UKGM nur ein Besucher pro Patient zugelassen ist, durfte das Paar nicht gemeinsam auf Station. Der Ehemann machte das Beste daraus und genehmigte sich in der Cafeteria einen Kaffee.

Steibli war froh, dass an den beiden Eingängen alles in geregelten Bahnen ablief. "Wir müssen drei Dinge zusammenbringen: Die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter gewährleisten, den Patienten menschliche Nähe und sozialen Kontakt durch Besuche ermöglichen und vorbereitet sein, mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können", betonte er. Daher müssen Besucher von den Patienten angemeldet werden und sich in eine Liste eintragen.

In einem Team aus Pflegedienst, Patientenaufnahme, Rezeptionskräften, Sicherheitsmitarbeitern und Mitarbeitern aus Service und Verwaltung habe man eine Woche an den Prozessen gearbeitet und sie abgestimmt. "Da die Einlasskontrolle aufwendiger ist, könnten die Warteschlangen länger werden. Das erfordert Geduld von allen Seiten", sagt Steibli.

Mit der Regelung, dass bloß ein Besucher pro Patient das Haus betreten darf, weicht das UKGM von der Empfehlung des Landes ab, das zwei Personen gestattet. Dies liegt laut Steibli daran, dass nicht alle Zwei-Mann-Zimmer des UKGM groß genug sind, um bei sechs Personen die Abstandsregeln einhalten zu können.

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