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Das Kammerorchester der Musikschule Gießen.

Besondere Probensituation gemeistert

  • VonBarbara Czernek
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Gießen (bac). Das Kammerorchester der Kommunalen Musikschule Gießens meldete sich zurück mit einem kleinen, aber feinen Programm: Kurze Stücke, die jedoch die gesamte Spielfähigkeit der jungen Musiker forderten.

»Es ist ein Grund zur Freude für uns«, sagte Musikschulleiterin Katja Marauhn zu Beginn des zweiten Konzerts im Rahmen der Jubiläumskonzerte anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Schule. Ein besonderer Dank ging sowohl an die Eltern und den Dirigenten Martin Gärtner sowie an die Stadt Gießen, die über die gesamte Zeit den Hermann-Levi-Saal als Probenraum zur Verfügung gestellt hatte und damit Proben überhaupt erst möglich gemacht hätte. »Wir haben viel gelernt in der vergangenen Zeit«, meint Martin Gärtner zum Probenverlauf der vergangenen Monate. »Wir waren in dem gesamten Raum des Hermann-Levi-Saals verteilt und wirklich sehr weit voneinander entfernt. Da war es absolut notwendig, dass man den Blickkontakt zum Dirigenten behielt. Ich muss sagen, das klappt jetzt wirklich gut.«

Genau das wurde auch beim Konzert deutlich: Hoch konzentriert spielten die 15 Orchestermitglieder die drei Werke von Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch und Gregor Joseph Werner.

Gärtner hatte mit Bedacht das facettenreiche Programm zusammengestellt. Beherzt und dem dezenten Dirigat folgend präsentierte sich das Orchester mit drei ländlerischen Tänzen von Ludwig van Beethoven. Schon hier zeigte sich die gute Vorbereitung: Klare Intonierung der luftigen Komposition machte das Zuhören zum Vergnügen.

Eine Besonderheit hielt das zweite Stück parat: Eine Gavotte aus der Filmmusik »Maxims Jugend« von Dmitri Schostakowitsch. Das Stück geht spielerisch mit Versatzstücken einer barocken Gavotte um, führt schnell auf eine falsche Fährte, wenn die Ausarbeitung den barocken Vorgaben nicht standhält - ein von Schostakowitsch gewollter Vorgang und eine Aufgabe, die das Orchester fehlerfrei löste. Ein Kleinod der Musik hatte Gärtner mit vier Teilen aus dem »Musicalischen Instrumental-Calender« von Gregor Josef Werner hervorgeholt. Werner war der Vorgänger von Josef Haydn am Hof des Grafen Esterházy. Er komponierte zwölf kleine Suiten mit jeweils vier bis fünf kleinen Werken, passend für jeden Monat: Der April als Frühlingsmonat mit schwungvollem Taktwechsel, während die drei Stücke des Dezembers eher bedächtig komponiert und entsprechend feinfühlig von dem Orchester gespielt wurden. Die Celli übernahmen hier die Funktion des continuos, eine Rolle, die sie mit Bravour lösten.

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