Benefizkonzert der neuapostolischen Kirche

Stark besucht war ein Benefizkonzert der neuapostolischen Kirche in der Petruskirche. Die Spenden kommen der Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen durch das Hospiz Mittelhessen zugute.

Das im Zeichen des Abendmahls stehende Programm reichte von der Renaissance bis zur Gegenwart. Unter Leitung von Dr. Arno Semrau musizierten mittelhessischer Kammerchor und Orchester. Zur besinnlichen Einstimmung geriet Johann Sebastian Bachs A-cappella-Chorsatz "Jesus Christus ist der Eine". Es gefielen die dynamisch lebendige Gestaltung und das ausgewogene Klangbild. Gleichermaßen harmonisch im Ausdruck gerieten Leonhart Schröters "Allein Gott in der Höh’ sei Ehr" und Hermann Obers "Hab’ ich nur deine Gnade, Herr, dann ist alles gut". Im Ganzen vermittelte der Kammerchor mit viel Feingefühl die christliche Botschaft.

In der Komposition unbekannter Autorschaft "Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht" wurde er durch die Kindersoprane Johanna Hilberg, Katharina Werner und Daniel Semrau verstärkt. Beschwingt-leicht gelang das Spiritual "Do Lord, remember me"; Rüdiger Bellof sorgte hier für gut unterstützende E-Piano-Begleitung. Von beschaulich-ruhiger Art war das südamerikanische Lied "Come share the Lord"; Bariton Vicente Pedro sang es gefühlvoll. Festliche Stimmung zauberte in der stimmungsgeladenen Darbietung des Kammerchors der Bach-Choral "Wohl mir, dass ich Jesum habe" in den Saal.

Einen Höhepunkt bildete das Largo aus Bachs Doppelkonzert d-Moll BWV 1043. Der sanfte melodische Fluss sorgte für Gänsehaut, so subtil, genau aufeinander horchend spielten die beiden Solo-Violinisten Udo Funk und Simone Thomé und entführten die Besucher in Begleitung des Orchesters in eine friedvolle Klangwelt.

Tenor Jens Jordan und Bass Jörg Hilberg überzeugten in der "Stiftung des heiligen Abendmahls" aus Bachs "Matthäuspassion" durch deutliche, anschauliche Gestaltung; Hilberg verlieh dem Jesus-Part kontemplativen Ausdruck. Auch der Chor "O Mensch, bewein dein Sünde gro? gab Raum zur inneren Einkehr. Dramatische Akzente setzte der Chorsatz "Surely, he hath borne our griefs" aus Georg Friedrich Händels "Messias-Oratorium". In romantische Sphären nahm Sopranistin Karola Semrau gemeinsam mit Chor und Orchester die Hörer beim berühmten "Panis angelicus" aus César Francks Messe A-Dur mit.

Zu hohen Violintremoli ertönte in Walter Glücks Chor- und Orchesterfantasie über die Offenbarung 20,6 und 19,9 eine fragende Cellomelodie, die von den Flöten beantwortet wurde. Die raffiniert instrumentierte, der romantischen Tradition verpflichtete Komposition bildete in der kontrastreichen, inspirierten Interpretation einen glanzvollen Abschluss. Stehende Ovationen galten auch Glück, der den Orgelpart übernommen hatte; eine Zugabe folgte. Sascha Jouini

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