+
Violinistin Julia Hassenrik. FOTO: JOU

Begeisternd, berührend und inspirierend

  • schließen

Gießen(jou). Ein fester Bestandteil im Kulturprogramm Gießens ist die Nacht der Kammermusik in der Universitätsaula geworden. Zum neunten Mal präsentierten sich dort am Freitagabend vor vielen Zuhörern Mitglieder des Uniorchesters unter der Moderation des Dirigenten Stefan Ottersbach.

Auf dem Programm stand nicht nur Wohlbekanntes, sondern auch selten Gespieltes, so zu Beginn ein Prélude des schweizerisch-amerikanischen Komponisten Ernest Bloch. Das Streichquartett mit Sebastian Thiele, Jana Fuchs, Leonie Kampmeier und Jonas Wolf zauberte bei den Melodien berührende Stimmung in den Saal. Das Stück gab einen Vorgeschmack auf das Semesterabschlusskonzert am 8. Februar in der Kongresshalle. Vorfreude weckten Klarinettistin Anne Baier und Pianist Benjamin Schichtholz mit dem Finale aus Camille Saint-Saens‹ Sonate Es-Dur op. 167; das Orchester spielt im Februar dessen "Introduction et Rondo Capriccioso". Leonie Kampmeier demonstrierte bei den letzten beiden Sätzen aus Dimitri Schostakowitschs Klavierquintett g-Moll große Könnerschaft am Flügel; verstärkt wurde sie von den Streichern Sebastian Thiele, Julia Hassenrik, Kerstin Beavers und Robert Foede. Von betörender Anmut war der Gesang der ersten Violine über Cello-Pizzicati. Die differenzierte Darbietung geriet zu einem Höhepunkt des Konzerts, inspiriert ergründete das Ensemble tiefe Seelenschichten.

Mit einer reizvollen Instrumentenkombination warteten Judit Preisenberger, Clara Zenker und Volker Bilz auf: Sie ließen zwei Sätze aus Ludwig van Beethovens Trio C-Dur op. 87 für zwei Oboen und Englischhorn zum Genuss werden. In vom Jazz beeinflusste Sphären führten Posaunist Alexander Büttner und Pianistin Doris Hagel bei zwei Préludes von George Gershwin; das feine Rhythmusgefühl des Duos begeisterte restlos.

Zehn Mitglieder der Cellistengruppe hinterließen beim Präludium aus der ersten Suite "Bachiana Brasilieras" von Heitor Villa Lobos mit schöner Klangverschmelzung ein vorzügliches Bild. Kaum jemandem ein Begriff gewesen sein dürfte das Duo Nr. 1 für Klarinette und Violine des Haydn-Schülers Georg Friedrich Fuchs. Bert Görzen und Julia Hassenrik zeigten beim stilistisch eleganten Allegro moderato und Rondo, dass der Komponist zu Unrecht im Schatten berühmter klassischer Meister steht.

Einen entspannenden Abschluss des hörenswerten Konzerts bildeten zwei Vokalkompositionen: der Song "Little Drummer Boy" der amerikanischen A-cappella-Gruppe Pentatonix und das Traditional "Carol of the Bells".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare