Bauträger stehen Schlange

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Für Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hatte die Pressekonferenz des Magistrats am Freitag "historische Qualität". Zurecht, denn mit der Vorlage der beiden Bebauungspläne für das AAFES- und Motorpool-Gelände im Osten der Stadt endet nach fast 30 Jahren die sogenannte Konversion und damit ein ganz wichtiges Kapitel Gießener Stadtgeschichte.

Für Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hatte die Pressekonferenz des Magistrats am Freitag "historische Qualität". Zurecht, denn mit der Vorlage der beiden Bebauungspläne für das AAFES- und Motorpool-Gelände im Osten der Stadt endet nach fast 30 Jahren die sogenannte Konversion und damit ein ganz wichtiges Kapitel Gießener Stadtgeschichte.

Mit dem Wohngebiet an der Grünberger Straße und dem Industriegebiet im früheren US-Depot wird die Umnutzung der ehedem von US-Armee und Bundeswehr militärisch genutzten Gebiete abgeschlossen. Um die 350 Wohnungen sollen bis 2023 im westlichen Teil des zwischen Grünberger Straße und Evangelischer Siedlung liegenden Areals entstehen, davon 105 im sozialen Wohnungsbau, die die Wohnbau Gießen GmbH errichten wird. Rund 200 Wohnungen sollen als Reihenhausbebauung von Privatinvestoren errichtet werden, Zielgruppe sind gemäß der Vorgabe der Stadt Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen.

Wie Planungsdezernent Peter Neidel berichtete, ist das Interesse an dem von der Stadt in Gang gebrachten Bieterverfahren groß. "Wir haben mehr als ein Dutzend Anfragen von Bauträgern", sagte der Bürgermeister. Der Privatinvestor soll außerdem die geplante Kindertagesstätte und ein Parkdeck hinter der Wichernkirche bauen. Weitere 3000 Quadratmeter stehen Initiativen zur Verfügung, die besondere Wohnformen verwirklichen wollen und sich bei der Stadt bewerben können.

Im Osten bis zum Trog der Autobahn entsteht ein kleines Gewerbegebiet mit einem Pendlerparkplatz für 200 Pkw in ebenerdiger Aufstellung. Möglich ist eine Aufstockung auf ein Fassungsvermögen für bis zu 800 Autos. In diesem Bereich wird auch das sogenannte Flexquartier von Stadtwerken und Technischer Hochschule entstehen. Der Stromspeicher dient einerseits der Versorgung des Gesamtgebiets und andererseits der THM als Forschungsobjekt für die Weiterentwicklung von Speichertechnologien.

Noch nicht endgültig geklärt ist die Verkehrserschließung. Klar ist, dass die Hauptzufahrt von der Lincolnstraße aus erfolgen soll. Geprüft wird noch, ob es eine östliche Zufahrt durch eine Verlängerung der Georg-Elser-Straße geben wird. Der Begründung des Bebauungsplans ist ferner zu entnehmen, dass die Stadt eine Südauffahrt auf den Gießener Ring weiterverfolgt. In diesem Fall würde die Kreuzung Rödgener Straße/Grünberger Straße, Georg-Elser-Straße (Lidl/dm) zu einem Kreisverkehr umgebaut.

Laut OB Grabe-Bolz kommt auf die Gießener Bürger eine reizvolle Aufgabe zu, denn sie sollen sich einen Namen für das Wohngebiet ausdenken, während der "Motorpool" als Bezeichnung für das Gewerbegebiet gesetzt ist.

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