Auch an der Weißen Schule in Wieseck wird während der Sommerferien gearbeitet.
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Auch an der Weißen Schule in Wieseck wird während der Sommerferien gearbeitet.

Bauarbeiten

Bauarbeiten an vielen Gießener Schulen: Das sind die Gründe

Dass es für immer mehr Gießener Schulen selbstverständlich ist, Ganztagsangebote zu bieten, hat Folgen. Viele Bauarbeiten sind diesem Trend geschuldet.

Die Weiße Schule in Wieseck hat ein Platzproblem. Deshalb ist die Grundschule immer wieder erweitert worden. Erst kürzlich wurde eine Mensa und ein auf dessen Flachdach befindliches »grünes Klassenzimmer« fertiggestellt. Auch in den Sommerferien wurde hier weitergearbeitet. Unter anderem stand der Umbau und die Sanierung der Heizungs,- Sanitär und Elektroanlagen sowie des Bodenbelags auf dem Programm. Außerdem gibt es nun ein neues, größeres Lehrerzimmer und im Dachgeschoss umgebaute Klassenräume.

Die Weiße Schule, sagt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser, vereine verschiedene Gründe, warum Umbauarbeiten an den Schulen nötig seien: »Steigende Schülerzahlen, pädagogische Veränderungen wie das Ganztagsangebot und damit die Notwendigkeit von anderen Flächen«, zählt sie auf.

Dass in den Schulen in den Ferien nichts los ist, ist ein Trugschluss. Vor den Einrichtungen stehen Fahrzeuge von Handwerkern, aus dem Inneren tönen Baugeräusche. Alleine die Liste der Schulen, in denen in den Sommerferien Umbauarbeiten aller Art stattgefunden haben und noch stattfinden, ist lang. An der Herderschule wird Haus A umgebaut, die Neustrukturierung der Gesamtschule Gießen-Ost wird fortgesetzt, an der Grundschule Gießen-West wird eine neue Mensa gebaut und die Turnhalle saniert.

Fortgeführt wurden auch die Arbeiten an der Max-Weber-Schule. Hier wird ein Lernatelier errichtet. In der Liebigschule steht weiterhin die Sanierung der Toiletten und Umbauarbeiten in Haus B auf dem Plan. Begonnen haben auch die ersten Arbeiten für den Bau der Interimssporthalle der Liebigschule auf dem Gelände des MTV Gießen. Am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium haben Rohbauarbeiten für eine Mediathek begonnen.

Hinzu kommen rund 30 Einzelmaßnahmen an weiteren Schulen in der Stadt. An der Kleebachschule in Allendorf wird ein Pavillon als Interimsklassenraum errichtet - ebenso an der Lindbachschule Lützellinden. Beides wird begründet mit höheren Schülerzahlen auch in der Schülerbetreuung. Renovierungsarbeiten gibt es außerdem an der Albert-Schweitzer-Schule, Alexander-von-Humboldt-Schule, Ricarda-Huch-Schule, Korczakschule, Pestalozzischule, Brüder-Grimm-Schule, Sandfeldschule, Friedrich-Ebert-Schule sowie an der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten.

Bauarbeiten an Gießener Schulen: Klima- und Brandschutz

Die einzelnen Arbeiten werden von der Stadt unterschiedlich begründet. Zum einen handele es sich um »notwendige Grundsanierungen, bei denen es um Modernisierung, energetische Sanierungen und Erweiterungen« geht, sagt Schuldezernentin Eibelshäuser. Hierbei werde berücksichtigt, dass Schulbauten veränderten pädagogischen Konzepten Rechnung tragen müssen, inklusive Bildung bauliche Veränderungen erfordere, im Zuge der Ganztagsentwicklung Schüler länger in der Schule sind und Klimaschutz und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden. Mensen und Bibliotheken müssen zum Teil neu gebaut und neue Unterrichtsflächen wegen steigender Schülerzahlen geschaffen werden.

Ein weiterer Grund für die vielen kleinen Arbeiten seien veränderte gesetzliche Bestimmungen im Hinblick auf Gebäudesicherheit und Brandschutz. Und nicht zu vergessen: Viele Gebäude sind in die Jahre gekommen und müssen nun ertüchtigt werden.

Dem Schulleiter der Weißen Schule, Hans Rosenbaum, merkt man beim Rundgang durch die umgebauten Räume die Freude über die Neuerungen an. Die Digitalisierung schreitet voran, in den Räumen können die 235 Schüler, von denen 170 das Ganztagsangebot nutzen, differenziert arbeiten. Damit sieht Rosenbaum die 1906 gebaute Einrichtung für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

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