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Laut ACE steht das beste Parkhaus der Stadt, wenn es um die Barrierefreiheit geht, am Uniklinikum Gießen. ARCHIVFOTO: SCHEPP

Test in Parkhäusern

Barrierefreiheit in Gießener Parkhäusern »ganz okay« - aber nicht nur

  • VonSebastian Schmidt
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Der ACE hat in Gießen Parkhäuser für Menschen mit Handicap überprüft. Das Ergebnis lässt aufhorchen.

Gießen (seg). Fast vier Stunden lang haben Freiwillige des Auto-Club-Europas (ACE) am Mittwoch die zwölf Parkhäuser der Stadt auf ihre Barrierefreiheit hin überprüft. Gießen hat dabei laut dem Regionalbeauftragten des Clubs, Jens Womelsdorf, im Vergleich zu anderen Städten »ganz okay« abgeschnitten.

Die ACE-Mitglieder füllten bei den Überprüfungen einen Erhebungsbogen aus und vergaben nach 15 verschiedenen Kriterien Punkte. So wurde zum Beispiel die Anzahl der Behinderten-Parkplätze bewertet, deren Größe, aber auch, ob es eine Ansprechperson vor Ort gibt, oder wie die Beleuchtung ist. Dann wurden die gesammelten Punkte in eine Sterne-Wertung von null bis drei übersetzt.

Testsieger UKGM-Parkhaus

Am besten schnitt schließlich die Parkmöglichkeit am Universitätsklinikum Gießen Marburg (UKGM) in der Gaffkystraße ab - als einziges Parkhaus der Stadt mit drei Sternen.

»Die Behindertenparkplätze sind gut markiert, es gibt rote extra Poller zwischen den Parkplätzen, und es ist hell«, zählt Womelsdorf auf. Deswegen dürfe sich der Parkhausbetreiber jetzt auf eine Urkunde freuen.

Womelsdorf erklärt, dass Parkhausbetreiber die Situation für Menschen mit Handicap ohne größere Kosten verbessern können. Bodenmarkierung mit Farbkontrast, zusätzliche Behindertenparkplätze oder eine gute Ausleuchtung des Parkhauses, ließen sich leicht umsetzen.

Mit null Sternen am schlechtesten schnitten das Parkhaus Am Alten Gaswerk und das Parkhaus am Selterstor ab. Das erste sei »stockdunkel«, und beim zweiten konnten gar keine Behindertenparkplätze gefunden werden. Der ACE werde den Betreibern eine Rückmeldung zu dem Test geben und will nächstes Jahr wieder vorbeischauen. Womelsdorf sagt: »Ich glaube, beim Gaswerk macht das keinen Sinn, aber vielleicht irre ich mich.«

E-Säulen noch eine Seltenheit

Die Überprüfung des ACE fand im Rahmen der deutschlandweiten Aktion »Barrierefrei besser ankommen« statt. Was den ACE-Mitgliedern dabei in Gießen noch aufgefallen ist: »E-Säulen haben sich hier nicht so durchgesetzt«, sagt Womelsdorf. Die Tester konnten nur im Parkhaus beim Rathaus welche finden. »In anderen Städten gibt es die öfter.« Bei der Wertung für »Barrierefreie E-Lademöglichkeiten« gingen also fast alle Parkhäuser leer aus.

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