Links von der Rathaustür ist das neue WC.	FOTO: SCHEPP
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Links von der Rathaustür ist das neue WC. FOTO: SCHEPP

Leicht zu übersehen

Barrierefreie Toilette neu am Gießener Rathaus

  • VonSebastian Schmidt
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Direkt am Berliner Platz gibt es jetzt ein neues öffentlich zugängliches WC. Genutzt werden darf es allerdings nur von Menschen mit Behinderung.

Gießen (seg). Links neben dem Haupteingang des Rathauses befindet sich die neue barrierefreie Toilette der Stadt für Menschen mit Behinderung. Die Toilette wurde diesen Freitag von Stadträtin Astrid Eibelshäuser und der stellvertretenden Amtsleitung des Hochbauamtes, Katja Buß, der Öffentlichkeit präsentiert.

Das neue WC versteckt sich zwischen der Rückgabestation der Stadtbibliothek und einer Glasfront. Die Tür des WCs sieht nämlich genauso aus wie der Rest der braunen Rathaus-Wand. »Tapetentür sagt man dazu«, erklärt Buß. Auf die Toilette weist zwar ein kleines Schild mit der Aufschrift »WC« hin. Das Schild geht aber neben den viel größeren Schildern daneben unter. Von den Bushaltestellen am Berliner Platz aus, ist die Toilette gar nicht zu erkennen. Eibelshäuser sagt dazu: »Wir setzen darauf, dass sich die Information über die Medien und Gremien verbreitet.« Sie sei sich sicher, dass diejenigen Kenntnis davon bekommen, die das WC auch benutzen dürfen.

Eintritt mit Euro-Schlüssel

Die Idee zu der Toilette entstamme gemeinsamen Gesprächen mit Gruppen wie dem Arbeitskreis für Behinderte, erklärt Eibelshäuser. Um die barrierefreie Toilette betreten zu können, benötigt man einen speziellen Euro-Schlüssel, den Menschen mit Behinderung bekommen können. Wer seinen Schlüssel vergessen habe, könne sich aber auch an die Rathaus-Information wenden. In dem WC gibt es dann nicht nur eine barrierefreie Toilette, sondern auch eine elektrische Liege für Menschen, die gewickelt werden müssen.

Der Bau der Toilette habe 30 000 Euro gekostet und drei Monate gedauert. »Wegen Corona mussten die Handwerker nacheinander arbeiten«, sagt Buß. An der gleichen Stelle befand sich vorher bereits eine Toilette, die aber nur vom Inneren des Rathauses betreten werden konnte. »Die wurde aber nie richtig in Betrieb genommen«, sagt Eibelshäuser.

Nur wenige öffentliche Toiletten

Öffentliche Toiletten sind in der Stadt gerade Mangelware. In Gießen machen normalerweise 33 Gastronomiebetriebe, Unternehmen und Museen bei dem Projekt »Nette Toilette« mit: Passanten dürfen dort das WC benutzten. Die meisten Betriebe sind im Lockdown und auch vor dem Lockdown war es schwierig, das Projekt in Einklang mit den Corona-Vorschriften zu bringen.

Auch in der jährlichen Umfrage dieser Zeitung wünschten sich Leser für 2021 mehr öffentliche Toiletten. Das jetzt am Rathaus eingeweihte WC werde aber Menschen mit Behinderung vorbehalten bleiben, sagt Eibelshäuser. Wer in der Stadt sei und auf Toilette müsse, der könne sich zu den Öffnungszeiten des Rathauses gerne an die Information wenden und ein WC im Rathaus benutzen.

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