Ballnacht der Fassenachter mit Stargast Youngblood

Gießen (srs). Sydney Youngblood sang vom Sitzen und Warten – "Sit and Wait" –, da hielt es die Gäste schon lange nicht mehr auf den Plätzen. Den Refrain mitschmetternd, tanzte und schunkelte das Publikum ausgelassen vor der Bühne.

Mittendrin: Michael III. und Rosa I., das Prinzenpaar der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV). 250 Menschen besuchten am Samstag die Gießener Ballnacht der GFV in der Kongresshalle. Höhepunkte waren Auftritte des Schlagersängers Andy Rühl sowie des vor allem Ende der 80er Jahre erfolgreichen Musikers Youngblood. Der Erlös einer Tombola kommt der Gießener Lebenshilfe zugute.

Der Abend in der Kongresshalle bot den Gästen reichlich Gelegenheit zur Bewegung auf dem Tanzparkett. Zum Walzer "An der schönen blauen Donau" eröffneten das aktuelle sowie die ehemaligen Prinzenpaare der GFV den Abend. Der Formation "Teddy Boys" gelang es anschließend, die Besucher auf der stets gefüllten Tanzfläche zu halten. Für eine vornehme Dekoration des Saals im türkisfarbenen Ton des Kleids der Prinzessin hatten Petra Isenberg und ihr Team gesorgt. An den Tischen und auf der Bühne brannten Dochte in altsilbernen Kerzenhaltern.

Das Prinzenpaar hieß die Gäste im Foyer der Kongresshalle am Ende eines langen roten Teppichs willkommen. Als das Publikum dann im Saal Platz genommen hatte, über dem Parkett der Kongresshalle zunächst Textilien: Ventilatoren waren im Rahmen der Darbietung "Pas de deux" des Künstlers Daniel Wurtzel im Kreis aufgestellt. Der Wind ließ zwei Tücher auf und ab tänzeln, die wie von Geisterhand bewegt ein Paar bildeten und bis zur Decke hinauf schwebten. Während des Abends unterhielt Zauberer Carsten Skill, führte an den Tischen Tricks mit Spielkarten vor und ließ Münzen verschwinden.

Lieder von Udo Jürgens wie "Griechischer Wein" und "Aber bitte mit Sahne" gab Andy Rühl zum Besten. "Mit 55 Jahren, da fängt das Leben an", intonierte er zum Jubiläum der GFV.

Die Halle zum Kochen brachte am späten Abend schließlich Sydney Youngblood. Zunächst betrat er Querflöte spielend die Bühne. Die Gäste stürmten dann nach vorne, als er Michael Jacksons "Billie Jean" und seine eigenen Hits "Sit and Wait" sowie "If only I could" vortrug. Als die das Halbplaypack spielende technische Anlage immer wieder vor und zurück stotterte, ließ sich Youngblood hoch professionell nicht beirren und war nach einem Wimpernschlag wieder im Takt.

Zum Finale sang er mit samtener Stimme "Kiss and say goodbye" a cappella. Die Gäste zogen Kerzen aus den Leuchtern und hoben sie schunkelnd in die Höhe.

Ein Motorroller war der Hauptpreis einer Tombola unter der Schirmherrschaft des am späteren Abend anwesenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Der Erlös geht an die Gießener Lebenshilfe, die die Summe für den 6,4 Millionen teuren Neubau der Sophie-Scholl-Schule auf dem Gelände der früheren US-Highschool verwenden wird. Um die Spende an die Lebenshilfe zu erhöhen, hatte sich auch das Prinzenpaar etwas ausgedacht: Jedem Gast überreichten sie zur Begrüßung einen Goldtaler – und baten, die Münze während des Balls in eine Box zu werfen. "Wir zählen die Taler am Ende und verdreifachen dann die Summe für eine Spende an die Lebenshilfe." Ihren Dank sprach die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe, Maren Müller-Erichsen, aus. "Vielleicht werden bei der Gießener Ballnacht in Zukunft Behinderte und Nichtbehinderte hier gemeinsam tanzen", sagte sie. "Ob mit oder ohne Behinderung – wir sind eine Gesellschaft."

In Vertretung Bouffiers hob zu Beginn Regierungspräsident Dr. Lars Witteck "das ehrenamtliche Engagement und das Herzblut" der Fassenachter hervor. "Sie geben der Stadt ein kleines bisschen Festlichkeit und Glanz." Gießener neigten dazu, sich selbst zu "verzwergen" und auch ein Ereignis madig zu diskutieren, "das unsere Stadt ein bisschen schöner machen könnte", sagte Witteck in Anspielung auf die Landesgartenschau.

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