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Großes Sicherheitsaufgebot vor dem Landgericht Gießen.

Landgericht

Bahoz-Prozess in Gießen: Hohe Haftstrafen für Angeklagte

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Urteil im spektakulären Prozes um Mitglieder der ehemaligen Gruppe Bahoz: Wegen Gewaltexzessen in einer Weststadtbar wurde der Hauptangeklagte zu über acht Jahren Haft verurteilt.

Im Prozess um die Gewaltexzesse in einer Weststadtbar ist vor dem Landgericht Gießen das Urteil gefällt worden. Richter Jost Holtzmann verurteilte den Hauptangeklagten zu acht Jahren und zwei Monaten Haft. Er wird außerdem wegen seiner Kokainabhängigkeit in eine Einzugsklinik untergebracht. Für die anderen fünf Angeklagten sprach der Richter Strafen zwischen neun Monate auf Bewährung und vier Jahre und vier Monate Haft aus.

Hintergrund sind Gewalttaten, die sich um Umfeld einer Gruppe abgespielt haben, die früher unter dem Namen "Bahoz" bekannt war. Am ersten Tattag vom 6. auf den 7. November waren drei Männer in der Weststadtbar mit Schlägen, Tritten und Bambusstäben schwer misshandelt worden. Einem schoss der 35 Jahre alte Hauptangeklagte mit einer Pistole ins Bein.

Diese enthemmte Gewalt wiederholte sich in der Nacht aufden 17. November.Vier Männer, darunter ein Täter vom ersten Abend, mussten sich ausziehen, wurden gefesselt und mit Bambusstäben, Fäusten, Tritten und einem Hammer verprügelt. All das, weil der Hauptangeklagte unter erheblichem Kokaineinfluss vermutete, jemand wolle ihn ermorden.

Richter Holtzmann begründete die harten Strafen auch mit dem Verbot der Selbstjustiz. Dieses sei "eine Wurzel unseres Rechtssystems". Die Taten selbst bezeichnete er als "fürchterlich", sie hätten aber nichts mit organisierter Kriminalität zu tun gehabt. "Organisieert war hier gar nichts."

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