Bahnhof: Haupt-Bahnsteige sind aufgestockt

Gießen (kw). Mühsam war für die weißhaarige Dame der Weg zum Mittelhessen-Express. Auf zwei Gehstöcke gestützt, wartet sie auf ihren Zug. "Sonst nehme ich ja den Rollator", erzählt die 86-Jährige Wettenbergerin, "aber hier ist immer ungewiss, ob der Aufzug funktioniert".

Gießen (kw). Mühsam war für die weißhaarige Dame der Weg zum Mittelhessen-Express. Auf zwei Gehstöcke gestützt, wartet sie auf ihren Zug. "Sonst nehme ich ja den Rollator", erzählt die 86-Jährige Wettenbergerin, "aber hier ist immer ungewiss, ob der Aufzug funktioniert". Der Weg über die hohe Fußgängerbrücke mit maroden Liften ist nicht nur für Ältere das große Manko der Bahnhofssanierung. Doch immerhin ist das Einsteigen in den Zug seit Dienstagmorgen auch am Gleis 2 bequemer. Die Aufstockung des viel genutzten Bahnsteigs 2/3 ist pünktlich abgeschlossen worden.

Die Zeit der vielen Gleisverlegungen habe damit ein Ende, erläuterte Pressesprecher Hartmut Lange auf AZ-Anfrage. Das Gedränge, das während der Bauarbeiten auf der jeweils anderen Hälfte mitunter herrschte, gehört ebenfalls weitgehend der Vergangenheit an. Nun stehe zwar noch die Erhöhung des Bahnsteigs 5 an, doch dort verkehren längst nicht so viele Züge.

"Was bisher fertig ist, ist sehr schön geworden", meinten einhellig regelmäßige Bahnfahrer, die die AZ gestern ansprach. Dass der Bahnhof endlich saniert wird, sei sehr zu begrüßen. Die Organisation rund um die Bauarbeiten habe in den ersten 14 Monaten gut geklappt. "Ich habe keine einzige Verspätung erlebt, es gab immer reichlich Durchsagen", meint eine 25-Jährige.

Das Erklimmen des Stegs allerdings "nervt", findet beispielsweise eine Studentin. Sie ist regelmäßig zwischen Fulda und Marburg unterwegs und muss beim Umsteigen zwischen dem Oberhessischem Bahnhof und der Main-Weser-Strecke Umwege zurücklegen. Ab Ende des Jahres geht es schneller. Die neue Unterführung samt Aufzügen soll ab Dezember weitgehend nutzbar sein, bekräftigt Lange: "Der Rohbau ist fertig bis auf den Zugang zum Gleis 4/5." Das werde ab Frühjahr den neuen Zugang erhalten.

In den nächsten Wochen bekommt zunächst der Bahnsteig 2/3 ein neues Dach. Die ersten Pfosten wurden gestern gesetzt. Den Wetterschutz sehnen vor allem Pendler herbei, für die das provisorisch aufgestellte Holz-Wartehäuschen nicht ausreicht. Bei Regen stehen deshalb morgens Dutzende auf den überdachten Treppen.

"So langsam könnten die mal fertig werden", seufzt die 86-Jährige. Wenn das 17-Millionen-Euro-Vorhaben weiterhin plangemäß vorangeht, ist es im nächsten Sommer so weit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare