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Züge fallen aus

Pro Bahn beklagt Zugausfälle in Gießen

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Gießen ist laut Pro Bahn besonders betroffen von kurzfristigen Streichungen von Zügen. Eine Ursache scheint ausgemacht. Das Land müsse Abhilfe schaffen.

Züge von und nach Gießen fallen in den letzten Monaten unverhältnismäßig häufig aus. Das meldet der Fahrgastverband Pro Bahn. Ursache sei vor allem ein zu geringer Bestand an Wagen.

"Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass über Wochen und Monate ganze Umläufe ausfallen", kritisiert der Regionalverband Mittelhessen. Fahrgäste könnten sich nur kurzfristig, teilweise erst am gleichen Tag darauf einstellen.

Pendler wie Fernreisende betroffen

Darunter litten nicht nur Pendler, Studierende und Schüler; auch Fernverkehrsreisende verpassten so ihre Anschlüsse. Per Mail und Telefon gingen zahlreiche Beschwerden bei Pro Bahn ein.

Betroffen seien vor allem Regionalbahnen durch Gießen, namentlich die RB 49 Hanau-Friedberg-Gießen sowie der Mittelhessen-Express RB 40/41 (Frankfurt-Gießen-Dillenburg bzw. Treysa). Beide Linien werden von DB Regio Mitte betrieben. Probleme gebe es außerdem auf der Rheingau-Linie Frankfurt-Wiesbaden-Koblenz, die von VIAS bedient wird. Dort seien oft zu kurze Züge im Einsatz.

Zu viele unterschiedliche Zugtypen

"Dass wir vor gut drei Monaten eine extreme Grippewelle hatten und damit auch das Personal im Schienenverkehr knapp wurde, dies kann noch als befristete Begründung akzeptiert werden", meint Pro Bahn. Das Hauptproblem sei indes, dass das Land Hessen zu wenig Geld für die Ausschreibungen zur Verfügung stelle. Daher gebe es zu wenige Reservefahrzeuge.

Ein "absolutes Muss" seien mindestens vier bis sechs zusätzliche Zuggarnituren pro Leistungserbringung. Ein weiteres Problem sei die Vielzahl verschiedener Zugtypen. Wie in Niedersachsen müsse es in Hessen bessere Abstimmung und einen größeren Fahrzeugpool geben, fordert der Verband. "Wenn man es mit der Verkehrswende ernst meint, man großen Bevölkerungsgruppen wie Schülern, Studenten und Landesbediensteten ein landesweites ÖPNV-Ticket zur Verfügung stellt, dann muss man die Ausschreibungen anpassen."

Die Deutsche Bahn hat die Bitte der GAZ um Stellungnahme nicht beantwortet.

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