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Parken verboten: Heute sollen die Bäume auf dem Blecher-Gelände gefällt werden. FOTO: MÖ

Erste Arbeiten

Bäume auf Blecher-Gelände müssen weichen

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Auf dem Blecher-Gelände an der Ostanlage beginnen erste Vorbereitungsarbeiten. In drei Jahren soll hier das Jugendamt der Stadt einziehen. Welche ersten Schritte ab heute auf dem Plan stehen.

Es tut sich was auf dem Blecher-Gelände. Für den heutigen Montag hat das Gießener Architekturbüro HP&P Generalplanung angekündigt, dass auf dem Areal an der Ecke Ostanlage/Moltkestraße zwölf Linden gefällt werden sollen. Die Stadt plant dort in etwa drei Jahren ihr Jugendamt in einem Neubau unterzubringen. Im 2009 eingeweihten Rathaus arbeiten zurzeit 570 Mitarbeiter; ausgelegt ist es jedoch nur für 420. Im neuen Gebäude auf dem Blecher-Gelände soll Platz für 100 Mitarbeiter geschaffen werden.

Der Architekt Helmut Peter schreibt in einer Pressemitteilung, bei den Fällungen handele es sich Vorbereitungsarbeiten. Die Stadt habe zuvor den Zustand der Bäume untersucht: Es gebe "erhebliche Pflegerückstände", die Kronen der Bäume würden durch "die notwendigen Rückschnitte" schwer beschädigt und entstellt. Hinzu kommt: Der Bau einer Tiefgarage werde die Wurzeln der Bäume schwer beschädigen. Als Ersatz und Ausgleich, kündigte Peter an, sollen Säuleneichen gepflanzt werden.

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Neben der Stadt hatte auch die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) Interesse, den Standort zu beziehen. Die THM hatte aber zugunsten der Stadt verzichtet. Der in der Schweiz lebende Eigentümer plant, selbst zu bauen. Ob die Stadt das Areal, auf dem früher die Bauaufsicht des Landkreises untergebracht war, dann später pachtet oder erwirbt, ist noch offen.

Nicht ausgeschlossen ist, dass die Stadtverwaltung bis zu einem Bezug des Blecher-Geländes als Zwischenlösung für das Jugendamt ein anderes Gebäude anmietet. Denn vor 2021/22 wird das Gelände nicht zu Verfügung stehen.

Im Sommer 2018 war das Gebäude von Aktivisten besetzt worden. Sie hatten auf die Wohnraumknappheit in der Stadt aufmerksam machen wollten. Weichen muss an dieser Stelle auch die mobile, von den Brüdern Carlos und Maurice Zach-Zach betriebene Wurstbude "Woscht Anna".

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