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Das Präsidium der IHK Gießen Friedberg mit Hauptgeschäftsführer Leder (4. v. l.).

Azubis sollen direkt in die Schulen gehen

  • VonBarbara Czernek
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Gießen (bac). Solide Finanzen, zukunftsweisende Projekte - aber auch deutliche Kritik an den verkehrspolitischen Maßnahmen der Stadt Gießen - das waren die Themen der Vollversammlung der IHK Gießen-Friedberg am Dienstagabend im Forum der Volksbank Mittelhessen.

Präsident Rainer Schwarz hob in seinem mündlichen Bericht das Pilotprojekt »Ausbildungsbotschafter der IHK« für das Ausbildungsjahr 2021/2022 hervor. Die Idee, die dahinter steckt, ist einfach: Junge Auszubildende sollen in die Schulen gehen, um dort für ihren Ausbildungsberuf zu werben. Der Landkreis Gießen beteiligt sich mit einem Zuschuss von 30 000 Euro an dem Projekt, gemanagt wird dies durch eine Koordinatorin in der IHK. Für die Betriebe würden keine besonderen Kosten entstehen, sagte Schwarz. Sie müssten lediglich ihre Auszubildenden für die entsprechende Zeit freistellen.

Zu dem Thema Verkehrsversuch berichtete Vizepräsident Michael Kraft über den aktuellen Stand des Verkehrsentwicklungsplans der Stadt Gießen. Die Kammer habe hierzu 2020 ein Positionspapier erstellt und dieses auch der Stadt übergeben. Er bedauerte in diesem Zusammenhang, dass sämtliche Eingaben und Anregungen seitens der IHK bis dato keinen Eingang in den vorliegenden Zwischenbericht gefunden hätten. Die IHK werde weiterhin kritisch die Erstellung des Verkehrsentwicklungsplans begleiten und ebenso weiterhin die Interessen der Wirtschaft einfordern. So sei aktuell die Funktion Gießens als Oberzentrum zu wenig berücksichtigt worden.

Baustellen-Navi als Leuchturm

Als Leuchtturmprojekt erweist sich das unter der Federführung der IHK erstellte Projekt des Baustellen-Navis, das die Information von geplanten Baustellen vor allem im innerstädtischen Bereich transparent machen soll. »Damit die Unternehmen frühzeitig auch ihre Kunden über mögliche Baumaßnahmen informieren können«, erläuterte Geschäftsführer Dr. Matthias Leder dazu. Im Bereich der IHK beteiligen sich aktuell nur die Städte Alsfeld und Nidda als Modellstädte daran. Es sei wünschenswert, wenn sich noch weitere Kommunen daran beteiligen würden, meinte Leder.

Im Bereich der Vermögens- und Finanzentwicklung könne die IHK Gießen Friedberg auf ein solides Fundament zurückgreifen, berichtete Alexander Langsdorf.

Das Betriebsergebnis sei nahezu gleich wie im Vorjahr geblieben, auch wenn die Beitragseinnahmen etwas geringer als im Vorjahr ausgefallen wären, erklärte Langsdorf. Der vorgelegte Jahresabschluss 2020 weist eine Bilanzsumme von 9,6 Mrd. Euro auf und wurde samt Ergebnisverwendungsvorschlag einstimmig von der Versammlung beschlossen. Dem Präsidium samt Geschäftsführung wurde antragsgemäß einstimmig die Entlastung für das vergangene Jahr erteilt.

Der Vortrag von Prof. Ferdinand Kirchhof über »Perspektiven in die Zukunft: Die IHK als gelebte Unternehmensselbstverwaltung« rundete die Versammlung ab. (Bericht zum Vortrag folgt)

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