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Auch die Kids in dem Familienzentrum Marshallstraße freuen sich über den zweiten Platz beim Deutschen Kita-Preis, oben passt Leiterin Monika Jackmuth auf.

AWO-Kita räumt zweiten Platz ab

  • Daniel Beise
    vonDaniel Beise
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Über 1200 Kitas und Initiativen hatten sich beworben. Am Mittwochabend wurden die Gewinner des Deutschen Kita-Preises in einer Online-Liveshow gekürt. Dass die Gießener AWO-Kita Marshallstraße zu den zehn Ausgezeichneten gehört, freut viele in der Stadt wie auch im Land.

In Video-Beiträgen von RTL Hessen und der Hessenschau führen Regisseur Adrian und Produzentin Hala, beide sechs Jahre alt, in der Gießener AWO-Kita Marshallstraße ihren selbst produzierten Stop-Motion-Film vor. Das ist eine Filmtechnik, in der einzelne Bilder von unbewegten Objekten so zusammengeschnitten werden, dass eine Illusion von Bewegung entsteht.

Die digitale Bildung wie auch die digital organisierte Kita für Eltern und Personal waren mit ein Grund, weshalb die Jurorinnen und Juroren die Kita in der jungen Marshallsiedlung auf einen der vier zweiten Plätze beim Deutschen Kita-Preis hoben. Am Mittwochabend verliehen das Bundesfamilienministerium mit Ministerin Christine Lambrecht (SPD) und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung die Preise an zehn Gewinner unter 20 Finalisten in einer digitalen Liveshow; als Überraschungs-Act trat Silbermond auf. Insgesamt 130 000 Euro wurden vergeben, davon 10 000 an die Gießener Kita.

»Wir holen die Kinder da ab, wo sie ohnehin schon sind«, beschreibt Jens Dapper, AWO-Geschäftsführer in Gießen, den Digitalisierungsprozess, den der Verband hier in seinen sieben Kitas vor mehr als zwei Jahren angestoßen hat. »Wir sind mega glücklich und freuen uns für all unsere Kitas«, betont Dapper. Denn mit dem Preisgeld würden sie gerne eine neue Außenfläche erwerben, die alle AWO-Kitas nutzen können; außerdem soll die Gewinnerin in der Marshallstraße ein kleines überdachtes Spielhaus bekommen, vielleicht in Form eines Holzfasses, ähnlich der Hobbit-Heime in »Herr der Ringe«.

»Unter den ersten Zehn zu sein, hat uns schon geehrt«, freut sich Kita-Leiterin Monika Jackmuth. »Das ist die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.«

Gebärdensprache erleichtert Lernen

Denn der zweite Punkt, der die Jury besonders überzeugt hat, ist die sogenannte »gebärdenunterstützte Kommunikation«, die für die 31 Kinder aus zehn Nationen schon Alltag geworden ist und das Sprachenlernen leichter macht. »Viele Kinder, die die deutsche Sprache nicht verstehen, verstehen die Gebärden, und so geht es viel einfacher«, sagte Erzieher Christian Beuchling gegenüber der Hessenschau. Er spielt Gitarre und lernt auch beim Singen Gebärdenzeichen mit den Kleinen.

»Wir lieben es, hier in einer multikulturellen Kita zu arbeiten mit Kindern aus verschiedensten Kulturen und sozialen Schichten«, sagt Jackmuth. Sie sei erstaunt gewesen, wie viele Eltern das so schnell mitbekommen und gratuliert haben, weil es auch bei ihnen noch Sprachbarrieren gebe.

Aber, so betont sie - das seien nur zwei von mehreren Argumenten für die Jury gewesen. Die hätte nämlich »auf Herz und Nieren« geprüft. Mit ausschlaggebend für eine Auszeichnung beim Deutschen Kita-Preis sind beispielsweise auch, dass eine Einrichtung oder Initiative sich als lernende Organisation begreift und Kinder, Eltern und Mitarbeitende in besonders partizipativer Weise an der Entwicklung beteiligt. So freute sich auch Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne): »Ich bin begeistert und stolz, dass Hessen auch 2021 wieder vorne mit dabei ist und gratuliere der AWO-Kita Marshallstraße zum zweiten Platz. Sie leisten tolle Arbeit und wurden völlig zu Recht gewürdigt.«

»Kita des Jahres« - mit 25 000 Euro dotiert - wurde die integrative Sprach-Kita »Villa Sonnenschein« in Oranienburg-Wörlitz in Sachsen-Anhalt; in der Kategorie »Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres« gewann die Initiative »BildungsCampus Tarp e. V.« in Tarp in Schleswig-Holstein.

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